IKB-Skandal durch Ministerialdirektor im BMF mitveranlaßt

In seinem Gegenantrag zur Hauptversammlung der krisengeschüttelten IKB weist Aktionär Wolfgang Philipp nach, dass die hochrisikanten Geschäfte und Milliardenverluste der Bank, für die nun der Steuerzahler gerade stehen muss, auch auf einer Empfehlung des IKB-Aufsichtsratsmitgliedes Asmussen, Ministerialdirektor im Bundesfinanzministerium (BMF), beruhen.

So schreibt Rechtsanwalt Dr. iur Wolfgang Philipp, früherer Justitiar einer großen deutschen Bank, in seinem Antrag:

Die Verantwortung des Aufsichtsrats, der KfW und des Bundesfinanzministeriums reicht aber viel weiter . Die IKB ist über die KfW ein vom Bund abhängiges Unternehmen. ... Das Aufsichtsratsmitglied, Ministerialdirektor im Bundesfinanzministerium, Asmussen hat im Oktoberheft 2006 der "Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen" einen Aufsatz veröffentlicht mit dem Titel "Verbriefungen aus Sicht des Bundesfinanzministeriums". Darin werden genau solche Geschäfte, die zum Zusammenbruch der IKB geführt haben, empfohlen. Die KfW habe im Einvernehmen mit der Bundesregierung durch 58 Transaktionen das wohl größte Verbriefungsprogramm [für Kreditrisiken] geschaffen. Der Ausbau dieser Programme über Zweckgesellschaften wird gut geheißen. Über ABS [engl. "asset backed securities", d.h. festverzinsliche, strukturierte Wertpapiere, die mit Forderungen besichert sind] auch öffentliche Infrastrukturinvestitionen zu finanzieren, stelle ein Ziel der Bundesregierung dar. In dem gleichen Heft hat sich auch der parl. Staatssekretär Schauerte aus dem Bundeswirtschaftsministerium ähnlich geäußert. Der Einstieg in solche Geschäfte stellt sich als ein Programm der Bundesregierung dar... Jetzt wird auch klar, warum in erster Linie öffentlich-rechtliche Kreditinstitute solche Geschäfte gemacht haben.

Und weiter:

Es verstößt jedenfalls grundsätzlich ... gegen die "Goldene Bankregel", langfristige Finanzierungen kurzfristig durch Geldmarktpapiere, die kaum länger laufen als ein Handelswechsel, zu refinanzieren. Kein privater Bauherr würde so etwas tun.

Wolfgang Philipp weist ausserdem darauf hin, dass die ursprüngliche Version des Geschäftsberichtes der IKB offensichtlich in den kritischen Fragestellungen - nämlich der Kenntnis des Aufsichtsrates von den Hochrisikogeschäften - wahrheitswidrig verändert wurde, wie sich aus dem Vergleich der Dokumente ergibt.

Und in der Financial Times , London, schreibt am 10. Dezember 2002 Zarina Rijnen unter "Global Investing":

As stock markets continue to offer weak returns, foreign investors have poured money into US real estate at a fast pace this year, attracted by superior yields and the transparency and liquidity of the market... [this] has boosted property prices to new records, despite rising vacancies and failing rents.

This discrepancy in the fundamentals is raising concerns for the future profitability of current investments, especially in the light of continuing weakness in the US economy. "There is a disconnect between the price of commercial real estate and if there is a renewed recession that disconnect cannot persist", said Hugh Kelly, professor of real estate at New York University. ....

Interest in the US market has been heaviest from Germany, accounting for 51 per cent of total foreign capital in US real estate this year. Germans invested 4.9$ bn in US property in 2002 compared with just $2.7bn a year earlier.

...

"We thought that [after September 2001] nobody would touch US real estate any more, especially the international capital. We were wrong" [said Markus Derkum, German funds based Jamestown Fund Manager].

siehe auch: Ministerialdirektor beaufsichtigt seinen eigenen Bankenaufseher.

siehe auch: Rede Dr. Wolfgang Philipp IKB-Hauptversammlung

siehe auch: kritische Wiedergabe des Asmussen-Artikels in den nachdenkseiten.de (6.4.2008)

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