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        <title>T-blog Portal - Blog</title>
        <link>http://www.t-blog.de/blog</link>
        <description>Ursprünglich vor allem über die Deutsche Telekom AG und ihre Beziehung zur Politik, und jetzt mehr und mehr über verwandte Themen - für Kunden, Aktionäre, Mitarbeiter und Bürger.</description>
        <language>en-us</language>
        <generator>Plone 2.0</generator>

        
            
                  <item>
                      <title>"Tretmühle Telekom" - oder Schlimmeres?</title>
                      <link>http://www.t-blog.de/blog/tretmuhle-telekom-oder-schlimmeres</link>
                      <description>Mit einem exzellenten Radiofeature über die "Tretmühle Telekom" hat Charly Kowalczyk hervorragende journalistische Arbeit geleistet. Was aber sind die tieferen Hintergründe der von ihm aufgezeigten Vorgänge?</description>
                      <author>admin</author>
                      <pubDate>Mon, 30 Jan 2012 02:01:52 +0100</pubDate>
                      
      <content:encoded>
        <![CDATA[
<p>Wer sich das exzellente Radiofeature von <i>Charly Kowalczyk über die "Tretmühle Telekom" </i>anhört - und das sollte jeder politisch und wirtschaftlich Interessierte <i>hier und jetzt durch Anklicken</i> tun:<br /></p>
<ul><li><b><a href="http://mp3-download.ard.de/radio/radiofeature/telekom_sr_compl.mp3">Audio "Tretmühle Telekom" bei der ARD / Saarl. Rundfunk (mp3)</a><br /></b></li><li><a href="http://web.ard.de/media/pdf/radio/radiofeature/tretmuehle_telekom_sendemanuskript.pdf"><b>Sendemanuskript (pdf) <br /></b></a></li><li><b><a href="http://web.ard.de/radio/radiofeature/#awp::">Übersicht dazu</a><br /></b></li></ul>
<p>
findet dort eine präzise gezeichnete <i><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pathologie">Psychopathologie</a> </i>der Deutschen Telekom AG, wie sie sich heute darstellt.</p>
<p>Weniger klar ist freilich, wie es zu diesen Zuständen kommen konnte. Die in dem Audio geäußerten Meinungen von Betriebsräten der Deutschen Telekom AG, es läge an den vielen Wechseln im Management, zeigt aufs Neue, dass gutgläubige Menschen gar nicht so schlecht denken können, wie es das hochintelligente Böse vermag - es sei denn, dass solche Menschen, wie der Autor dieser Zeilen, unmittelbar das Wirken dieses hochintelligenten Bösen erleben mussten.</p>
<p>Die Auffassung, die zahlreichen Wechsel im Management hätten die Probleme <i>ursächlich</i> verursacht, ist leider mit hoher Wahrscheinlichkeit naiv. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurden vielmehr diese Zustände (inklusive des ständigen Wechsels des Managements) vorsätzlich herbeigeführt, um sich im entstehenden Chaos um so besser milliardenschwer bedienen zu können. Offenbar dauert dieser Vorgang an.<br /></p>
<p>Siehe dazu u.a. in diesem Blog:</p>
<ul><li><a href="../die-virtuelle-rede-zur-telekom-hauptversammlung">Die virtuelle Rede zur Telekom Hauptversammlung</a></li><li><a href="../a-lot-of-quango">A lot of Quango</a></li><li><a href="../ron-sommer-wir-erinnern-uns">Ron Sommer, wir erinnern uns</a></li><li><a href="../karl-gerhard-eick-der-grose-obfuskator">Karl Gerhard Eick, der große Obfuskator</a></li><li><a href="../../hintergrunde/die-telekom-ballade/">Die Telekom Ballade</a></li><li><a href="http://www.tilp.de/cont/p/20_01_2012.cfm">Letzte Pressemitteilung von Tilp Rechtsanwälte zum Anlegerprozess 3. Börsengang Deutsche Telekom AG</a></li><li><a href="../ines-hatte-sie-gut-gefunden">Ines hätte sie gut gefunden (die Frauenquote bei der Telekom - wäre sie nicht in den Selbstmord getrieben worden</a>)</li></ul>
<br />
<p></p>
<p>Es kann nicht anders sein, als  dass es eine Kausalkette gibt - zwischen der andauernden Ausplünderung (nicht nur) der Deutschen Telekom AG durch die üblen Akteure der Finanzkrise - und dem beschämenden Umgang mit Mitarbeitern wie Kunden - und den (Klein-)Aktionären (<i>Menschen, eben</i>).</p>
<i>Update 4.2.2012: Interessante Anmerkungen zum Thema menschenfeindlicher Umgang von Konzernen einerseits und Selbstmorde andererseits finden sich auch <a href="http://www.tenckhoff.eu/?p=1632">hier</a>. <br /><br /></i>
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      </content:encoded>
     

                  </item>

            
	   	
        
        
            
                  <item>
                      <title>Weihnachten 2011</title>
                      <link>http://www.t-blog.de/blog/weihnachten-2011</link>
                      <description>Nichts Neues :-)</description>
                      <author>admin</author>
                      <pubDate>Sun, 25 Dec 2011 01:34:05 +0100</pubDate>
                      
      <content:encoded>
        <![CDATA[
<p><img class="image-inline" src="DSCN0819.geaendert.JPG" /></p>
<p><br /></p>
<p>siehe auch <a href="weihnachten-2010/von-draussen-vom-walde-da-komm-ich-her"><i>Von draußen von Walde da komm' ich her ...</i></a></p>
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      </content:encoded>
     

                  </item>

            
	   	
        
        
            
                  <item>
                      <title>Außer Kontrolle - "Guckst Du"?</title>
                      <link>http://www.t-blog.de/blog/auser-kontrolle-guckst-du</link>
                      <description>Mit Fehlbuchungen von 55 Milliarden Euro bei der "Badbank" der Hypo Real Estate (HRE) sind die Beteiligungen des Bundes außer Kontrolle. Genauso wie die mutmasslich 100 Telekom-Milliarden aus diesem Blog kein Schwein interessieren. Und bei der HRE Bad Bank wurde gar der Bundesrechnungshof vorsätzlich ausgesperrt!</description>
                      <author>admin</author>
                      <pubDate>Sun, 30 Oct 2011 20:11:41 +0100</pubDate>
                      
      <content:encoded>
        <![CDATA[
<h2>"Finanzminister und Haushaltsausschuß - guckst Du?"<br /></h2>
<p>Am 20. Oktober 2008 <a href="../wie-schon-dass-wir-gerettet-sind">schrieben wir zum Finanzmarktstabilisierungsgesetz</a>, in dessen Rahmen die Hypo Real Estate Bad Bank eingerichtet wurde:</p>
<blockquote>
<p><b>Noch irritierender ist die Einschränkung der Rechte des Bundesrechnungshofs nach den <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/bho/__65.html" target="_blank">§§ 65-69 Bundeshaushaltsordnung (BHO),</a> vor allem ab <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/bho/__66.html" target="_blank">§ 66 BHO,</a> die für die Beteiligungen des Fonds schlicht außer Kraft gesetzt werden.¹)<br />Der Bundesrechnungshof war in der Vergangenheit oft der einzige, der skandalöse Praktiken des Bundesfinanzministeriums <a href="../../search?SearchableText=Bundesrechnungshof">aufdeckte </a>- kein Wunder, dass man ihn lieber draußen hält. Dann braucht man sich nicht mehr die peinliche Mühe machen, <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-27078550.html" target="_blank">unangenehme Berichte für geheim zu erklären.</a> Schon gar nicht soll er unabhängig Einblick in den Bankensumpf erhalten.</b></p>
</blockquote>
<p><b>Nun braucht man sich also nicht zu wundern, wenn <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/hypo-real-estate-der-55-5-milliarden-euro-fehler-11510541.html">bei der Bad Bank der Hypo Real Estate aus Versehen mal eben 55 Milliarden Euro</a></b> falsch gebucht wurden, und es erst mal keiner gemerkt hat.</p>
<p>Das Gesetz wurde von Kanzlerin Merkel (CDU) und Finanzminister Steinbrück (SPD) noch zu Zeiten der großen Koalition damals durch den Bundestag gepeitscht. Den Gesetzestext schrieb die <a href="../../41902/augenoffner-uber-goldman-sachs">Rechtsanwaltskanzlei Freshfields</a>, deren Tradition darin besteht, dass ihr Gründer bekanntlich noch im 19. Jahrhundert von der britischen Krone im Namen eines superreichen Mandanten, des Bankiers Rothschild, Schadenersatz für die Abschaffung der Sklaverei in den Kolonien des British Empire forderte, diese Forderung aber am Ende wegen politischen Drucks aufgeben mußte.<br /></p>
<h2>Beteiligungen außer Kontrolle - wem nützt es?<br /></h2>
<p>
Ob Rettungsfond, ob <a href="../../search?SearchableText=IKB">IKB</a>, ob Deutsche Telekom AG, ob <a href="../das-erbe-des-dr-z">Post</a> - die Beteiligungen des Bundes sind ausser Kontrolle. Es wird alles daran gesetzt, dass niemand irgend etwas prüft.</p>
<br />
<p>Am 12. Mai 2011 haben wir unsere <a href="../die-virtuelle-rede-zur-telekom-hauptversammlung">virtuelle Rede zur Hauptversammlung</a> veröffentlicht. Die Deutsche Telekom AG, weiterhin ebenfalls eine Beteiligung des Bundes, verweigert die Auskunft zu den Projektkosten der US-Beteiligung T-Mobile USA. Nach unseren Schätzungen geht es um mutmassliche 100 Milliarden Euro Verlust.</p>
<br />Cui bono - wem nützt es? Und wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein.<br /><br />
<p>Siehe auch: <a href="http://www.newscientist.com/article/mg21228354.500-revealed--the-capitalist-network-that-runs-the-world.html">Wem gehört die Welt</a> - im New Scientist (englischsprachiges Naturwissenschafts(!)magazin).</p>
<p>sowie: (ältere) <a href="../../41902/zum-hypo-real-estate-desaster">Doku zum Hypo Real Estate Desaster</a></p>
<p>_________<br /></p>
<p>¹) siehe Gesetzestexte Bundestagsdrucksachen</p>
<ul><li>
<p><a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/106/1610600.pdf" target="_blank">Bundestagsdrucksache 16/10600</a></p>
</li><li>
<p><a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/brd/2008/0750-08.pdf" target="_blank">Bundesratsdrucksache 750/08</a></p>
</li></ul>
<p>(BT-Drs. § 6, neu:) § 7 Abs. 2  und (BT-Drs. § 10, neu:) § 11 FMStG</p>
<p><b><br /></b></p>
<p><b>UPDATE 20.11.2011 ZEIT bestätigt "Außer Kontrolle" - "<a href="http://www.zeit.de/2011/47/HRE-Bilanzfehler">55 Milliarden Fehler war Bilanzkosmetik</a>"<br /></b></p>
<p><b><br /></b></p>
<p><b></b><br /></p>
]]>
      </content:encoded>
     

                  </item>

            
	   	
        
        
            
                  <item>
                      <title>"QUADRAGESIMO ANNO" oder was die CDU vergessen hat</title>
                      <link>http://www.t-blog.de/blog/quadragesimo-anno-oder-was-die-cdu-vergessen-hat</link>
                      <description>Eine vernünftige Antwort auf die Frage nach der wahren sozialen Marktwirtschaft hätte CDU-Generalsekretär Gröhe zwischen den Zeilen bei Benedikt XVI. im Bundestag heraushören können. Aber noch viel schallender bei einem seiner Vorgänger, Pius XI.</description>
                      <author>admin</author>
                      <pubDate>Tue, 27 Sep 2011 15:04:49 +0200</pubDate>
                      
      <content:encoded>
        <![CDATA[
<h2>Die Enzyklika Quadragesimo Anno (1931) Pius XI'<br /></h2>
<p><i>Die von einem der Väter echter sozialer Marktwirtschaft, Oswald von Nell-Breuning SJ entworfene Enzyklika des Papstes Pius XI von 1931 ist trotz ihres Alters von 80 Jahren erschreckend aktuell, müßte auch Angela Merkel und Volker Kauder in den Ohren klingeln und läßt in ihrer Analyse nichts zu wünschen übrig. Hier ein Auszug:</i></p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td align="center"><a name="148" href="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/319.html#148"></a><br /><img src="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/images/link.png" alt="Paragraph Icon" /></td>
<td class="text-justify">
<h1><a name="ch40"> Wandlungen der kapitalistischen Wirtschaftsweise</a></h1>
</td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><a name="149" href="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/319.html#149">149</a><br /><img src="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/images/link.png" alt="Paragraph Icon" /></td>
<td class="text-justify">
<p>
            101. Dieser Wirtschaftsweise bemüht sich Leo die rechte 
Ordnung zu geben; daraus folgt, daß sie als solche nicht zu verdammen 
ist. Und in der Tat, sie ist nicht in sich schlecht. Die Verkehrtheit 
beginnt vielmehr erst dann, wenn das Kapital die Lohnarbeiterschaft in 
seinen Dienst nimmt, um die Unternehmungen und die Wirtschaft insgesamt 
einseitig nach seinem Gesetz und zu seinem Vorteil ablaufen zu lassen, 
ohne Rücksicht auf die Menschenwürde des Arbeiters, ohne Rücksicht auf 
den gesellschaftlichen Charakter der Wirtschaft, ohne Rücksicht auf 
Gemeinwohl und Gemeinwohlgerechtigkeit.</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><a name="150" href="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/319.html#150"></a><br /></td>
<td class="text-justify">...<br /></td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><a name="153" href="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/319.html#153">153</a><br /><img src="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/images/link.png" alt="Paragraph Icon" /></td>
<td class="text-justify">
<p>
             Vermachtung als Ergebnis der Wettbewerbsfreiheit</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><a name="154" href="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/319.html#154">154</a><br /><img src="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/images/link.png" alt="Paragraph Icon" /></td>
<td class="text-justify">
<p>
            105. Am auffallendsten ist heute die geradezu ungeheure 
Zusammenballung nicht nur an Kapital, sondern an Macht und 
wirtschaftlicher Herrschgewalt in den Händen einzelner, die sehr oft gar
 nicht Eigentümer, sondern Treuhänder oder Verwalter anvertrauten Gutes 
sind, über das sie mit geradezu unumschränkter Machtvollkommenheit 
verfügen.</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><a name="155" href="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/319.html#155">155</a><br /><img src="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/images/link.png" alt="Paragraph Icon" /></td>
<td class="text-justify">
<p>
            106. Zur Ungeheuerlichkeit wächst diese Vermachtung der 
Wirtschaft sich aus bei denjenigen, die als Beherrscher und Lenker des 
Finanzkapitals unbeschränkte Verfügung haben über den Kredit und seine 
Verteilung nach ihrem Willen bestimmen. Mit dem Kredit beherrschen sie 
den Blutkreislauf des ganzen Wirtschaftskörpers; das Lebenselement der 
Wirtschaft ist derart unter ihrer Faust, daß niemand gegen ihr Geheiß 
auch nur zu atmen wagen kann.</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><a name="156" href="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/319.html#156">156</a><br /><img src="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/images/link.png" alt="Paragraph Icon" /></td>
<td class="text-justify">
<p>
            107. Diese Zusammenballung von Macht, das natürliche 
Ergebnis einer grundsätzlich zügellosen Konkurrenzfreiheit, die nicht 
anders als mit dem Überleben des Stärkeren, d. i. allzu oft des 
Gewalttätigeren und Gewissenloseren, enden kann, ist das Eigentümliche 
der jüngsten wirtschaftlichen Entwicklung.</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><a name="157" href="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/319.html#157">157</a><br /><img src="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/images/link.png" alt="Paragraph Icon" /></td>
<td class="text-justify">
<p>
            108. Solch gehäufte Macht führt ihrerseits wieder zum Kampf,
 zu einem dreifachen Kampf: zum Kampf um die Macht innerhalb der 
Wirtschaft selbst; zum Kampf sodann um die Macht über den Staat, der 
selbst als Machtfaktor in den wirtschaftlichen Interessenkämpfen 
eingesetzt werden soll; zum Machtkampf endlich der Staaten 
untereinander, die mit Mitteln staatlicher Macht wirtschaftliche 
Interessen ihrer Angehörigen durchzusetzen suchen und wieder umgekehrt 
zum Austrag zwischenstaatlicher Streithändel wirtschaftliche Macht als 
Kampfmittel einsetzen.</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><a name="158" href="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/319.html#158">158</a><br /><img src="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/images/link.png" alt="Paragraph Icon" /></td>
<td class="text-justify">
<h1><a name="ch41">Schlimme Folgen</a></h1>
</td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><a name="159" href="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/319.html#159">159</a><br /><img src="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/images/link.png" alt="Paragraph Icon" /></td>
<td class="text-justify">
<p>
            109. Die letzten Auswirkungen des individualistischen 
Geistes sind es, die Ihr, Ehrwürdige Brüder und geliebte Söhne, vor 
Augen habt und beklagt: der freie Wettbewerb hat zu seiner 
Selbstaufhebung geführt; an die Stelle der freien Marktwirtschaft trat 
die Vermachtung der Wirtschaft; das Gewinnstreben steigerte sich zum 
zügellosen Machtstreben. Dadurch kam in das ganze Wirtschaftsleben eine 
furchtbare, grausenerregende Härte. Dazu traten die schweren Schäden 
einer Vermengung und unerfreulichen Verquickung des staatlichen und des 
wirtschaftlichen Bereichs. Als einen der schwersten Schäden nennen Wir 
die Erniedrigung der staatlichen Hoheit, die, unparteiisch und allem 
Interessenstreit entrückt, einzig auf das gemeine Wohl und die 
Gerechtigkeit bedacht, als oberste Schlichterin in königlicher Würde 
thronen sollte, zur willenlos gefesselten Sklavin selbstsüchtiger 
Interessen. Im zwischenstaatlichen Leben aber entsprang der gleichen 
Quelle ein doppeltes Übel: hier ein übersteigerter Nationalismus und 
Imperialismus wirtschaftlicher Art, dort ein nicht minder verderblicher 
und verwerflicher finanzkapitalistischer Internationalismus oder 
Imperialismus des internationalen Finanzkapitals, das sich überall da zu
 Hause fühlt, wo sich ein Beutefeld auftut.</p>
</td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><a name="160" href="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/319.html#160">160</a><br /><img src="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/images/link.png" alt="Paragraph Icon" /></td>
<td class="text-justify">
<h1><a name="ch42">Abhilfe</a></h1>
</td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><a name="161" href="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/319.html#161">161</a><br /><img src="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/images/link.png" alt="Paragraph Icon" /></td>
<td class="text-justify">
<p>
            110. Die Mittel, um diesen schweren Übelständen abzuhelfen, 
haben Wir im lehrhaften (zweiten) Teil dieses Rundschreibens dargelegt, 
so daß hier eine kurze Erinnerung genügt. Da Kapital und Arbeit die 
heutige Wirtschaft bestimmen, kommt es darauf an, die rechten 
Vernunftgrundsätze, das sind die gesunden Prinzipien christlicher 
Sozialphilosophie, über Kapital, Arbeit und deren Verbindung wieder zur 
theoretischen Anerkennung und zur praktischen Anwendung zu bringen. Dem 
Doppelcharakter sowohl des Eigentums als der Arbeit, d. i. ihrer 
Individual- und Sozial-Natur, ist billig und sorglich Rechnung zu 
tragen, um die Klippen gleicherweise des Individualismus wie des 
Kollektivismus zu vermeiden. Die wechselseitigen Beziehungen von Kapital
 und Arbeit sind nach den Anforderungen der strengsten 
Verkehrsgerechtigkeit auszurichten unter Beihilfe der christlichen 
Liebesgesinnung. Der freie Wettbewerb, innerhalb der gehörigen Schranken
 gehalten, mehr noch die wirtschaftliche Macht, sind der öffentlichen 
Gewalt in allem, was deren Amtes ist, entschieden unterzuordnen. Das 
menschliche Gemeinschaftsleben insgesamt ist durch die öffentlichen 
Einrichtungen den Erfordernissen des Gemeinwohls, oder, was dasselbe 
besagt, den Anforderungen der Gemeinwohlgerechtigkeit entsprechend zu 
gestalten, womit es nicht ausbleiben kann, daß auch jener überaus 
bedeutsame Zweig gesellschaftlichen Lebens, den die Wirtschaft ausmacht,
 zur rechten und gesunden Ordnung sich zurückfindet.</p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><br /></p>
<p>Die vollständige Enzyklika finden Sie <a href="http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/319.html">hier</a> bei den Katholischen Theologen der Universität Innsbruck.<br /></p>
]]>
      </content:encoded>
     

                  </item>

            
	   	
        
        
            
                  <item>
                      <title>Die Antwort: CDU-General Gröhe zur sozialen Marktwirtschaft</title>
                      <link>http://www.t-blog.de/blog/die-antwort-cdu-general-grohe-zur-sozialen-marktwirtschaft</link>
                      <description>CDU-Generalsekretär Gröhe beantwortet unsere bei 'abgeordnetenwatch.de' nicht zugelassene Frage zum Verhältnis von CDU und sozialer Marktwirtschaft.</description>
                      <author>admin</author>
                      <pubDate>Thu, 18 Aug 2011 04:16:58 +0200</pubDate>
                      
      <content:encoded>
        <![CDATA[<p><i>Liebe Leserinnen und Leser, in unserem letzten Blogeintrag hatten wir die <a href="../cdu-general-grohe-und-die-zensur-bei-abgeordnetenwatch-de-1">Nichtveröffentlichung einer kritische Frage zur sozialen Marktwirtschaft an CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe</a> bei <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de">abgeordnetenwatch.de </a>kritisiert. Es sei daher ausdrücklich klargestellt, dass sich der Vorwurf der Zensur nicht an Herrn Gröhe, sondern an 'abgeordnetenwatch' richtet - wie wir mehrfach in den letzten Jahren erlebt haben, werden dort sachliche aber zu kritische Fragen oftmals "wegmoderiert", wenn sie Politiker all zu sehr ärgern könnten. Dies ist sehr schade - für die Idee von abgeordnetenwatch, für die Zeit investierenden und eigene 'Beliebtheit' für das gemeine Wohl riskierenden Fragesteller, und letztlich auch für die Abgeordneten, weil sie so ein geschöntes Bild der Realität dieser Republik vorgespiegelt bekommen.</i></p>
<p><i>Um so mehr freuen wir uns, dass CDU-Generalsekretär Gröhe uns auch zur sozialen Marktwirtschaft direkt geantwortet hat. Urteilen Sie selbst. - Martin Weigele<br /></i></p>
<p>&lt;&lt; ... Insofern empfinde ich die Überschrift zum Eintrag auf Ihrem Blog vom 8. August als nicht angemessen. Gleiches gilt für die Wortwahl in der einleitenden Bemerkung zu Ihrem Artikel: Der Ihrerseits gegenüber abgeordnetenwatch.de erhobene Vorwurf der „Zensur“ und der „Geheimhaltungspolitik“ ist aus meiner Sicht haltlos.<br /><br />Es ist selbstverständlich, dass ich als gewählter Volksvertreter allen Bürgerinnen und Bürgern jederzeit gerne für den Ihrerseits erbetenen „offenen Dialog“ zur Verfügung stehe. Eine E-Mail an mein Büro im Deutschen Bundestag (hermann.groehe@bundestag.de) ist dafür ebenso empfehlenswert wie ein Brief an mich unter der Adresse ‚Deutscher Bundestag – Platz der Republik 1, 11011 Berlin‘.<br /><br />Abschließend nutze ich meine Nachricht, um auf die Frage einzugehen, die Sie mir in den letzten Zeilen Ihres Blog-Eintrags gestellt haben. Ludwig Erhard hat sich um die wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland und um unsere CDU in besonderer Weise verdient gemacht. In seinem Buch „Wohlstand für alle“ finden sich zahlreiche Textpassagen, mit denen auch viele wirtschaftspolitische Fragen der gegenwärtigen Zeit treffend zu beantworten sind. Die Bedeutung Ludwig Erhards bzw. der Sozialen Marktwirtschaft betone auch ich immer wieder, jüngst z. B. in einem Interview mit dem Bayernkurier vom 26. Juli 2011, das Sie gerne unter <a href="http://www.hermann-groehe.de/page/29_1018.htm">http://www.hermann-groehe.de/page/29_1018.htm</a> im vollständigen Wortlaut nachlesen können. Froh bin ich darüber, dass sich der Name Ludwig Erhards auch im heutigen Grundsatzprogramm unserer CDU findet: „Die Soziale Marktwirtschaft ist für die CDU das Erfolgsmodell, das es uns auch in Zukunft ermöglicht, in Freiheit, Wohlstand und Sicherheit zu leben. Die CDU bekennt sich zu diesem Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell auch als Antwort auf die Herausforderungen der globalisierten Welt. Die CDU ist die Partei der Sozialen Marktwirtschaft. Sie hat mit Ludwig Erhard die Soziale Marktwirtschaft in der Nachkriegszeit gegen vielfache Widerstände durchgesetzt und die Bundesrepublik Deutschland mit ihr erfolgreich gemacht“, lesen Sie auf S. 46 des Programms „Freiheit und Sicherheit“ – und zur Sozialen Marktwirtschaft im Geiste Ludwig Erhards stehen wir auch in Zukunft.<br /><br />Mit freundlichen Grüßen<br />Hermann Gröhe         &gt;&gt;</p>]]>
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                      <title>CDU-General Gröhe und die Zensur bei "abgeordnetenwatch.de"</title>
                      <link>http://www.t-blog.de/blog/cdu-general-grohe-und-die-zensur-bei-abgeordnetenwatch-de-1</link>
                      <description>Als naiver Bürger denkt man, Plattformen wie "abgeordnetenwatch.de" wären dazu da, einen offenen Dialog zwischen Abgeordneten und Bürgern zu ermöglichen. Die Realität sieht anders aus. Wir dokumentieren.</description>
                      <author>admin</author>
                      <pubDate>Mon, 08 Aug 2011 02:02:23 +0200</pubDate>
                      
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        <![CDATA[
<p><i>Wir dokumentieren unsere zensierte - also dort aus nicht nachvollziehbaren Gründen nicht veröffentlichte - Anfrage bei der sogenannten "Abgeordneten-Watch" Plattform an den CDU-Generalsekretär Gröhe, deren Geheimhaltungspolitik zu anderen Zeiten auch bekannt geworden als </i><i><b>vorauseilender Gehorsam</b>:</i><br /></p>
Sehr geehrter Herr Gröhe,<br /><br />mit großem Interesse habe ich Ihre Antwort auf die <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/hermann_groehe-575-37607--f299327.html#q299327">Frage von Frau Liebers bei "abgeordnetenwatch.de" </a>zur  Bankenrettung gelesen, Sie könnten ihre Kritik zur Bankenrettung "nicht nachvollziehen".<br /><br />In seiner jüngst in der <a href="http://www.faz.net/artikel/C30923/erwin-teufel-ich-schweige-nicht-laenger-30476693.html">FASZ</a>  veröffentlichten CDU-Kritik hat Erwin Teufel darauf hingewiesen, dass "die Menschen spüren müssen, dass Wirtschaft kein Selbstzweck ist, sondern von Menschen für Menschen gemacht wird". Die Reaktion der CDU-Spitze ist bisher vor allem, dass die öffentliche Debatte beendet werden muss (Volker Kauder). Damit liegt Kauder leider genauso völlig daneben, wie schon bei dem absurden Versuch, einen Wissenschaftsbetrüger als Minister halten zu wollen.<br /><br />In Sarah Wagenknechts Buch "<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3821865466/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;tag=gg04-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3821865466">Freiheit statt Kapitalismus</a>" finden Sie eine ausführliche Darstellung einer Wirtschaftspolitik, die sich ausdrücklich wieder auf Ludwig Erhards Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft bezieht. Es gibt sogar ein Kapitel "Erhard reloaded".<br /><br />Zwei neben Erhard weitere Gründerväter der sozialen Marktwirtschaft, Adam Smith (1723-1790) und Walter Eucken (1891-1950) haben ebenfalls immer wieder ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Freiheit und Demokratie bzw. FAIRE CHANCEN FÜR ALLE von einer staatlich zentral gelenkten Produktion á la DDR und Sowjetunion GLEICHERMASSEN wie von zu mächtigen privaten Wirtschaftsakteuren BEDROHT sind. Letzteres findet gerade im globalen Maßstab statt.<br /><br />Eine Rettung der Banken hat die oligopolistischen Strukturen, die diese Bedrohungs-Kriterien Euckens und Smiths erfüllen, massiv gefördert, statt sie zu zerschlagen. Wäre es nicht Ihre Aufgabe als CDU-Generalsekretär, an die Erfolgsgeschichte der sozialen Marktwirtschaft Erhards "Wohlstand für alle" endlich wieder anzuknüpfen und diese Themen nun breit und öffentlich in der CDU zu diskutieren?<br /><br />Mit freundlichen Grüßen<br />Dr. Martin Weigele<br /><br /><i>Wir sind gespannt, ob wir hierauf - auch ohne "abgeordnetenwatch" - eine Antwort von Herrn Gröhe erhalten, die wir dann gerne veröffentlichen werden.</i><br />]]>
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                      <title>"Bäumchen wechsel Dich!"</title>
                      <link>http://www.t-blog.de/blog/baumchen-wechsel-dich</link>
                      <description>Laut einem Bericht der FTD beginnt bei der Deutschen Telekom das Spiel "Bäumchen Wechsel Dich!" wieder von Neuem. </description>
                      <author>admin</author>
                      <pubDate>Tue, 31 May 2011 07:48:01 +0200</pubDate>
                      
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        <![CDATA[
<p>"Bäumchen wechsel Dich!" - so heißt das alte Kinderspiel,  das bei der Deutschen Telekom offenbar bald wieder einmal die Mitarbeiter spielen dürfen. Zur Erinnerung: Jedes Kind bis auf eines steht bei einem Baum. Auf den Ruf "Bäumchen wechsel Dich!" müssen alle Mitspieler rasch einen neuen Baum suchen, und das Kind in der Mitte hat so die Chance, auch wieder einen Baum zu bekommen, während ein anderes leer ausgeht.</p>
<p>Zuletzt wurde das Spiel durch die Aufgabe der T-Mobile Deutschland GmbH im April 2010 gespielt. Fast die gesamte deutsche Telekom-Belegschaft durfte sich in der T-Mobile Deutschland GmbH neue Bäume suchen; die Firma wurde gleichzeitig in Telekom Deutschland GmbH umbenannt. Nur dass es eben kein Kinderspiel war, sondern eine Vielzahl von Betriebsübergängen nach dem europarechtlich vorgegebenen § 613a BGB. Da die komplexe Regelung des <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/613a.html">§ 613a BGB</a> kollektive Regelungen in den alten Betrieben grundsätzlich in einzelarbeitsvertragliche Inhalte transformiert, soweit nicht schon neue rechtzeitig installiert wurden, und ausserdem die alten Vertragsinhalte mitgenommen werden, dürfte schon jetzt ein arbeitsrechtliches Chaos entstanden sein, das kaum noch administrierbar ist. <br /></p>
<p>Und weil das Spiel so schön war, denkt der Vorstand darüber nach, jetzt einzelne Sparten wieder auszugliedern. Es wird also wieder mal noch eins drauf gesetzt. So berichtet es jedenfalls die Financial Times Deutschland in der heutigen Ausgabe [31.Mai 2011] auf Seite 8. Allerdings verschweigt sie schamhaft, dass eine der wichtigsten Sparten, der Mobilfunk, gerade eingegliedert worden ist.</p>
<p>Dass es unternehmerisch unsinnig und dazu womöglich auch noch regulierungsrechtlich im Hinblick auf die derzeitige Umsetzung einer lange bekannten EU-Regulierungsrichtlinie riskant war, die T-Mobile Deutschland GmbH in einem Einheitsbrei zu verwursten, lag schon damals völlig klar auf der Hand.</p>
<p>Und bei wirklich wichtigen Themen - wie den mutmasslich <a href="../die-virtuelle-rede-zur-telekom-hauptversammlung">hundert, mindestens aber sechzig in USA abhanden gekommenen Milliarden Euro</a> aus unserer virtuellen Hauptversammlungsrede - da herrscht Schweigen im Walde. <br /></p>
<p>Wofür werden René Obermann &amp; Co. bezahlt? Und der entgegen den öffentlichen Behauptungen nach wie vor vom Bundesministerium der Finanzen faktisch dominierte Aufsichtsrat? Statt Probleme zu lösen, schaffen sie nur künstlich neue. Leider kein Kinderspiel: "Bäumchen wechsel Dich!" bei der Telekom in Neuauflage.<br /></p>
<p><i>siehe auch </i><a href="../../41902/deutsche-telekom-gigantische-umorganisation">Aktiver Leerlauf durch gigantische Umorganisation (2009)</a>.</p>
<p><i><b>[update 8.7.2011:]</b> siehe auch </i><a title="Gehaltsabsenkung für Telekom Kundenservice vor dem BAG gefloppt" href="../../41902/gehaltsabsenkung-fur-telekom-kundenservice-vor-dem-bag-gefloppt">Gehaltsabsenkung für Telekom Kundenservice vor dem BAG gefloppt</a> <br /></p>
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                  <item>
                      <title>Die virtuelle Rede: Wo sind die Milliarden?</title>
                      <link>http://www.t-blog.de/blog/die-virtuelle-rede-zur-telekom-hauptversammlung</link>
                      <description>Ursprünglich sollte die nachstehende Rede auf der  heutigen Hauptversammlung der Deutschen Telekom AG vorgetragen werden. Statt dessen stellen wir sie ins Netz.</description>
                      <author>admin</author>
                      <pubDate>Thu, 12 May 2011 09:48:31 +0200</pubDate>
                      
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        <![CDATA[
<p><i>Ursprünglich sollte meine nachstehende Rede auf der heutigen [Do 12. Mai 2011] Hauptversammlung vorgetragen werden. Aber welchen Sinn macht ein Vortrag, der sich an eine Verwaltung richtet, die schon 2003 <a href="../../hintergrunde/telekom-hv-alles-schon-2003-gesagt">ähnliche Argumente von Wolfgang Philipp</a> komplett ignoriert hat? An eine Hauptversammlung, wo seit 2002 kein wirklicher Dialog stattfindet und entgegen aller Staatsrechtslehre demokratisch nicht kontrollierte Vertreter des Bundes mit ihrer faktischen Hauptversammlungsmehrheit alles bestimmen? Und sich den ganzen Tag zu ärgern? Es macht daher mehr Sinn, die Rede direkt an die Öffentlichkeit zu richten und sie also statt dessen ins Netz zu stellen. - Von Dr. Martin Weigele, früherer stv. Aufsichtsratsvorsitzender von T-Mobile und Herausgeber von T-Blog.</i><br /></p>
<h2>Wo sind die Milliarden?<br /></h2>
<br />
<p>Meine sehr verehrten Damen und Herren, mein Name ist Dr. Martin Weigele, Aktionär (mit einer Aktie) und ehemaliger Manager der Deutschen Telekom AG aus Bonn. Von 1994 bis zu Beginn des Jahres 2000 war ich als Arbeitnehmervertreter stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der inzwischen gesellschaftsrechtlich verwursteten T-Mobile und arbeitete in dieser Funktion unter anderem mit Telekomchef und T-Mobile Aufsichtsratsvorsitzendem Ron Sommer mehrere Jahre zusammen. Meine Insiderkenntnis beschränkt sich jedoch trotz mehrjährigem beruflichem USA-Aufenthalt für die Telekom in den Dingen, die ich hier vortrage, auf den Charakter der handelnden Personen. Alles andere ist längst in vielen kleinen Mosaiksteinen öffentlich bekannt. Meinen Vortrag können sie, auch im Falle, dass ich ihn nicht vollständig vortragen kann, in meinem Internetblog T-Blog.de nachlesen. Da es hier heute um den Verbleib und konstruktive Vorschläge für die mögliche Wiedergewinnung von mindestens 60, vielleicht sogar 100 der Telekom fehlenden Milliarden Euro geht, erwarte ich ihre Nachsicht in bezug auf die Redezeit, sollte ich nicht rechtzeitig fertig werden.<br /><br /></p>
<h2>Kant</h2>
<p><br />Vor knapp einem Vierteljahrtausend hat ein großer, wenn nicht der größte deutsche Philosoph geschrieben:<br />"Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne."<br />Von diesem Grundgesetz der praktischen Vernunft, so steht es zu befürchten, war nicht nur Ron Sommer bei seinen internationalen Deals, die uns bis heute hier beschäftigen, Lichtjahre entfernt, sondern es steht zu befürchten, dass auch der heutige Vorstand und Aufsichtsrat davon gleichermassen genau so weit entfernt ist, wie die Milchstraße von der Andromeda-Galaxis. Wo praktische Vernunft nicht hinreicht, hat allerdings zum Trost für uns alle der deutsche Gesetzgeber schon im Jahre 1900 die bis heute geltende rechtliche Vorschrift des § 138 BGB formuliert:<br /><br /></p>
<h2>Sittenwidrigkeit</h2>
<p><br />"Ein Rechtsgeschäft, das gegen die guten Sitten verstößt, ist nichtig". Schon das Reichsgericht, aber auch der heutige Bundesgerichtshof subsumiert unter die Vorschrift des § 138 BGB auch all die Fälle, in denen ein zur Vertretung berechtigter - etwa der Vorstand einer Aktiengesellschaft - zum Schaden des Vertretenen - etwa der Deutschen Telekom AG - mit Geschäftspartnern zusammenwirkt. Die Juristen bezeichnen diese Fallgestaltung als Kollusion - solcherart abgeschlossene Geschäfte oder Deals sind nach § 138 BGB von Anfang an nichtig und müssen rückabgewickelt werden.<br /><br /></p>
<h2>"Gutachten"</h2>
<p><br />Fraglich ist nun, meine sehr verehrten Damen und Herren, sind die internationalen Deals der Deutschen Telekom in den USA, vielleicht auch noch anderswo, von Ron Sommer oder auch anderen Vertretungsberechtigten gemeinsam mit den Geschäftspartnern - darunter meist die durch die Finanzkrise einschlägig bekanntgewordene ehemalige US Investment Bank Goldman Sachs zu Lasten der Deutschen Telekom AG und/oder ihrer Aktionäre verabredet worden und deshalb nichtig?</p>
<p><br />Dazu müßte es ein Zusammenspiel z.B. von Käufer Telekom-Chef Ron Sommer und den amerikanischen Verkäufern und/oder den vermittelnden Investmentbankern zum Nachteil der Deutschen Telekom AG gegeben haben. Alternativ käme auch eine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung allein durch die Investmentbanken, vor allem Goldman Sachs in Betracht. Gibt es dafür Beweise? Ich meine, es gibt jedenfalls eine Fülle von Indizien, und einige davon sind schon durch die <a href="../../hintergrunde/telekom-hv-alles-schon-2003-gesagt">Rede von Rechtsanwalt Dr. Philipp auf der Hauptversammlung im Jahre 2003</a> bzw. seinem Buch "<a href="../../hintergrunde/die-telekom-ballade">Die Telekom-Ballade</a>" offen- und aktenkundig geworden. Als dieses Buch geschrieben wurde, war allerdings über die Strippenzieher im Hintergrund noch nicht so viel bekannt. Dies hat sich durch die Diskussion über die Finanzkrise seit 2008 geändert. Man muss wohl heute davon ausgehen, dass sich die Investmentbanken bei der Privatisierung und Internationalisierung von Post und Telekom AG in ihrem verheerenden Plünderungsfeldzug gegen die Realwirtschaft schon einmal für die spätere Finanzkrise und von ihnen initiierte "Bankenrettung" in USA und Europa warmgelaufen haben. <br /><br /></p>
<h3>Der Deal war völlig überteuert.</h3>
<p><br />Grob geschätzt dürfte der Wert von Voicestream, des Vorläufers von T-Mobile USA, sowie der weiteren Zukäufe in der Folge der Jahrtausendwende vielleicht bei 2,5-10% des Kaufpreises gelegen haben, also ein bis vier Milliarden statt 40 Milliarden Euro. Warum hat Ron Sommer also zehnfach oder mehr überzahlt? <br /><br /></p>
<h3>Rechtfertigungsgründe?</h3>
<p><br />Als mögliche "Rechtfertigungsgründe" für das angeblich unternehmerisch begründbare Handeln von Sommer wurden in der Vergangenheit entweder Größenwahn oder aber schlicht marktgerechtes Handeln in der Boomphase der Internetblase genannt. <br /><br /><b>Meine Damen und Herren, diese Rechtfertigungsgründe taugen nichts:</b><br /><br />1. Habe ich Ron Sommer als jederzeit extrem kontrolliert vorgehenden Machtmenschen erlebt. Das spricht, trotz seiner starken Affinität zur Macht und im Lichte der Erkenntnisse über die Akteure der Finanzkrise von 2008, die mit unseren Akteuren zum großen Teil identisch sind, eher gegen den Größenwahn.<br /><br />2. Gegen das marktgerechte Handeln spricht, dass der frühere Finanzchef Dr. Kröske schon vor kleineren Deals mit entsprechenden irrsinnigen Bewertungen eindringlich gewarnt hatte und dann das Unternehmen verließ, Ron Sommer blieb, die Finanzabteilung wurde personell konform gemacht.<br /><br />3. Gegen das marktgerechte Handeln spricht weiter, dass unter Ron Sommer - mutmasslich nicht nur dort befördert von Goldman Sachs - bei der Deutschen Telekom die Pro-Forma Berichterstattung die reguläre Finanzberichterstattung bis zum heutigen Tage weitgehend verdrängt hat. <a href="../wirtschaften-als-ob">Pro-Forma bedeutet ja nichts anderes als "als-ob"</a>. Ich definiere mir ein EBITDA zurecht, dass heißt, ich tue so, als müßte ich keine Zinsen bezahlen, keine Abschreibungen tätigen, und schließlich auch keine Steuern bezahlen. Das ist dann mein neuer Gewinn! Damit verschleiere ich gezielt die wesentlichen wirtschaftlichen Parameter eines Unternehmens, erst recht eines Netzbetreibers - denn entscheidend für die Kosten eines Mobilfunkunternehmens wie Voicestream, heute T-Mobile USA, oder die frühere T-Mobile Deutschland, sind genau die Zinsen und Abschreibungen auf die teure Infrastruktur einschließlich Lizenzen! Die Einführung dieser Art der Berichterstattung legte den Grundstein zur gezielten Täuschung der unbedarften Öffentlichkeit einschließlich Arbeitnehmervertreter über die finanziellen Verhältnisse der Deutschen Telekom und vieler anderer DAX-Unternehmen im allgemeinen und über den Voicestream- bzw. die T-Mobile USA-Deals im besonderen, mutmasslich zum Zwecke der gezielten Plünderung - mit großem Täuschungserfolg bis vor kurzem, hätte nicht die Nennung eines Verkaufspreises für T-Mobile USA ein Stück weit die Hosen heruntergelassen.<br /><br />4. Bei einer für Kapitalflussrechnungen üblichen Rechnung mit 8 Prozent Zinsen per annum ergibt sich nun über zehn Jahre aus dem T-Mobile USA Kauf (40 Milliarden Euro) und Verkauf (27 Milliarden Euro) ein Verlust für die Deutsche Telekom von ca. 60 Milliarden Euro, ohne Berücksichtigung der zahllosen zusätzlichen Milliarden von Investitionensmittel, die innerhalb des Konzerns in die USA flossen. Es können daher auch 100 Milliarden Euro Verlust sein - und noch mehr, wenn der Deal an den Kartellbehörden scheitert.<br /><br />    An dieser Stelle eine Frage an den Vorstand: Wie hoch ist der Gesamtverlust aus der Differenz des Ankaufs der Unternehmensteile vor knapp zehn Jahren und des hypothetischen Gesamtverkaufs von T-Mobile USA heute inklusive geflossener Investitionsmittel und Finanzierungen unter Zugrundelegung üblicher Discount Cashflow Berechnungsmethoden mit 8 % Zins? Sind es 100 Milliarden Euro Verlust, die Herr Obermann als ehemaliger Teil des Teams Ron Sommer mitverantwortet?<br /><br />5. Nach Recherchen des amerikanischen Journalisten Matt Taibbi, die im Rolling Stones Magazin in USA veröffentlicht wurden, hat die ehemalige US Investment Bank Goldman Sachs in ihrer Geschichte seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer wieder künstliche Blasen volkswirtschaftlicher Dimension verursacht, und dann auf das Kaputtgehen der jeweiligen Geschäfte gegen die eigenen Geschäftspartner mit Termingeschäften gewettet. Nachgewiesen scheint dies auf jeden Fall für die Ereignisse der Finanzkrise im Jahre 2008, die am Ende sogar zur Ausplünderung der Staatshaushalte in USA und Deutschland durch sogenannte Bankenrettung führte. Matt Taibbi schreibt, dass auch die Internet- und "New Economy" Blase um die Jahrtausendwende, in deren Rahmen sich auch die kostspielige Akquisition von T-Mobile USA ereignet hat, u.a. von Goldman Sachs gezielt herbeigeführt worden sein soll. <br /><br />6. Kurz bevor Ron Sommer als Telekom-Chef abgelöst wurde, hat ausgerechnet der damalige Chef von Goldman Sachs, Henry Paulson¹, ihn als weitsichtigen Manager und Chef der Deutschen Telekom öffentlich hochgelobt. Objektiv hätte er wissen müssen, dass Ron Sommer der Deutschen Telekom 64 Milliarden Schulden und mit 25 Milliarden Euro im Jahr 2003 den bis zur Finanzkrise größten Fehlbetrag der deutschen Wirtschaftsgeschichte hinterließ. Warum lobte er ihn und seine einzigartigen Fähigkeiten als Manager trotz dessen sogar wirtschaftsgeschichtlich einzigartig krassen Management-Versagens? Warum erhielt Ron Sommer trotzdem weiterhin Top-Management Jobs im Netzwerk von mit Goldman Sachs zusammenarbeitender Finanzinstitutionen, wie etwa Blackstone, die ja auch im hiesigen Aufsichtsrat sitzen? Eine solche Verhaltensweise ist ganz klar nur dann rational erklärbar, wenn nicht der Nutzen der Deutschen Telekom AG, für die Sommer eine Vermögensbetreuungspflicht hatte, sondern der kollusive Nutzen von persönlichen Netzwerken im Vordergrund stand.<br /><br />7. Im Rahmen des von den "Volksaktionären" vor zehn Jahren begonnenen Prozesses über die Rechtmäßigkeit der 3. Börsenganges wollten die persönlichen Profiteure des Voicestream Deals, in deren Privatvermögen sich etliche Milliarden des Deals bis heute befinden dürften, jüngst nicht nach Deutschland reisen, um vor dem Frankfurter Oberlandesgericht als Zeugen auszusagen. Früher waren jedenfalls einige dieser Profiteure durchaus öfters und gerne in Deutschland unterwegs. Sie wurden dann bekanntlich vom OLG Frankfurt in USA vernommen. Warum empfanden diese "global players", diese Zeugen eine Aussage vor einem Gericht in Deutschland offenbar als persönliches Risiko, das es zu vermeiden galt? Empfanden sie Unbehagen wegen möglicher Reaktionen auf ihren unglaublich dreisten Deal?<br /> <br />8. Aus realwirtschaftlicher Sicht gab es jenseits der Dimension einer Deutschen Telekom AG nie wirkliche Synergieeffekte aus einer Internationalisierung ausserhalb unmittelbar angrenzender Territorien in Europa, denn eine Netzinfrastruktur ist an ein Territorium gebunden. Ist der Netzbetreiber hinreichend groß, ist der realwirtschaftliche Nutzen aus Fusionen und Zukäufen im Vergleich zu den internen Reibungsverlusten übergroßer Organisationen gleich null oder sogar negativ - ausser natürlich man zockt finanzwirtschaftlich herum wie verrückt, dann darf man sich aber eben nicht verspekulieren - wie offenbar gerade wieder bei OTE in Griechenland. Wer glaubt, dass er als realwirtschaftliches Unternehmen über ausreichende Kompetenz für raffinierteste Spekulationen verfügt, um den abgefeimtesten Investmentbankern Paroli bieten zu können, wird zu deren Opfer, wenn er nicht selbst Mittäter ist.<br /><br />9. Michael Lewis, Autor des dokumentarischen Finanzkrisenthrillers "<a href="../../41902/amerikanischer-fcic-bericht-in-wesentlichen-punkten-unvollstandig/">The Big Short</a>", schreibt "Düsseldorf - Stupid Germans. They take the rating agencies seriously. They believe in the rules."<br />Dieser Satz, auch wenn er sich dort auf die Finanzkrise und nicht auf die Deutsche Telekom bezieht - dieser Satz erscheint mir charakteristisch für den Umgang der Verantwortlichen des deutschen Staates und der Deutschen Telekom AG mit der Privatisierung und Internationalisierung der Deutschen Telekom AG einschließlich des  USA-Abenteuers von T-Mobile - heute freilich noch getoppt vom absurden Umgang mit der Finanzkrise, wo trotz Billionenschadens für die Allgemeinheit bisher keiner der Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen wurde.<br /><br /></p>
<h2>Ergebnis</h2>
<p><br />Meine Damen und Herren von Vorstand und Aufsichtsrat, wegen möglicher Verjährung - die allerdings im Hinblick auf frühere staatsanwaltschaftliche Ermittlungen, die Summen und die mißbräuchliche Geheimerklärung eines einschlägigen  Rechnungshofberichtes nach § 96 StPO durch die damalige Regierung Schröder durch das Rechtsstaatsprinzip gehemmt sein könnte - ist es kurz vor Zwölf. Handeln Sie jetzt und im Konzert mit der Staatsanwaltschaft, um die hier vorgetragenen Indizien zu gerichtsfesten Beweisen für das Vorliegen einer Kollusion oder vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu erhärten. Falls die Beweislage zutrifft, gibt es einen Plan B für T-Mobile USA - also auch wenn die Kartellbehörden der USA dem Verkauf an AT&amp;T nicht zustimmen - die abhanden gekommenen Milliarden des USA-Deals im Falle seiner nachgewiesenen Sittenwidrigkeit heimzuholen. Erfüllen Sie endlich Ihre Vermögensbetreuungspflichten ohne falsche Rücksichtnahmen - im Interesse der Aktionäre, der Kunden, der Mitarbeiter, ja sogar des Deutschen Staates. Das gilt vor allem auch für den Bundesfinanzminister als nach wie vor per Hauptversammlungsmehrheit faktisch bestimmenden Aktionär der Deutschen Telekom AG!<br /><br />Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.<br /></p>
<p>____</p>
<p>¹) späterer Finanzminister der USA in der Regierung von Präsident Bush, der auch die "Bankenrettung" durchführte. Sämtliche US amerikanischen Finanzminister seit der Präsidentschaft Clinton bis heute waren frühere Führungskräfte von Goldman-Sachs.<br /></p>
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                  <item>
                      <title>Am Tag Zwei nach Baden-Württemberg</title>
                      <link>http://www.t-blog.de/blog/am-tag-zwei-nach-baden-wurttemberg</link>
                      <description>Ein Kommentar am Tag Zwei nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hat den Vorteil, dass man erste Reaktionen mitverarbeiten kann.</description>
                      <author>admin</author>
                      <pubDate>Tue, 29 Mar 2011 09:57:51 +0200</pubDate>
                      
     
        <category>Landtagswahl Baden-Württemberg</category>
     
      <content:encoded>
        <![CDATA[
<p>Fünf Dinge scheinen einigermassen klar zu sein:</p>
<p>1. Es ist bei weitem nicht allein die Atompolitik, die zur Abwahl der schwarz-gelben Landesregierung und dem Aufstieg der Grünen in Stuttgart geführt hat, sondern vor allem die gezeigte Arroganz der Macht, schleichende Korruption und daraus resultierende Unfähigkeit der Regierenden, die Probleme der Bürger zu lösen. Aus dem gleichen Grund wurde nicht nur Mappus abgewählt, sondern auch Kurt Beck gestutzt.<br /></p>
<p>2. Das hervorragende Abschneiden der Grünen ist vor allem der Hoffnung der Wähler nach neuen, besseren politischen Figuren geschuldet. Ob die Grünen dieser Hoffnung gerecht werden können, steht dahin. Es besteht aber Hoffnung, dass zumindest ihr <a href="http://www.winfried-kretschmann.de/">Spitzenkandidat in Baden-Württemberg</a> und designierter Ministerpräsident diese Erwartungen erfüllen kann.<br /></p>
<p>3. Neben Schwarz-Gelb haben die Wähler auch von der SPD die Nase voll - ihre Ergebnisse werden stetig schlechter, weil seit Schröders Agenda Politik weiter niemand weiss, wozu er sie wählen soll. Auch die Figuren sind alles andere als überzeugend, weil ein echter Neuanfang nach Schröder versäumt wurde.<br /></p>
<p>4. Obwohl Gysi und früher Lafontaine diejenigen sind, die <a href="http://dbtg.tv/vid/17/99/2/5">im Bundestag immer wieder die Finger in die Wunden</a> der drängendsten Probleme des Landes gelegt haben, kann die Linkspartei in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg nicht davon profitieren.</p>
<p>5. Werden CDU/CSU und FDP aber dieser völlig berechtigten Kritik nicht endlich inhaltlich und personell gerecht, werden sie mit der SPD zusammen verdientermassen untergehen. Wie es dann politisch weitergeht, bleibt jedoch völlig ungewiss.<br /></p>
<p><br /></p>
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                  </item>

            
	   	
        
        
            
                  <item>
                      <title>Deutsche Telekom: Ende des USA-Abenteuers mit mindestens 60 Milliarden Euro Verlust</title>
                      <link>http://www.t-blog.de/blog/deutsche-telekom-ende-des-usa-abenteuers-mit-mindestens-60-milliarden-euro-verlust</link>
                      <description>Vor ca. 10 Jahren hatte die Deutsche Telekom AG T-Mobile USA durch Ron Sommer für ca. 40 Milliarden Euro zusammengekauft und seitdem etliche Milliarden in das Unternehmen investiert. Bei einer angesetzten Verzinsung der ca. 40 Milliarden Euro mit 8% über 10 Jahre ergibt sich aus dem USA-Engagement bei einem Verkauf für 27,5 Milliarden Euro (= 39 Milliarden Dollar) ein Gesamtverlust von mindestens knapp 60 Milliarden Euro. </description>
                      <author>admin</author>
                      <pubDate>Mon, 21 Mar 2011 06:00:00 +0100</pubDate>
                      
     
        <category>Goldman Sachs</category>
     
     
        <category>Kleinaktionärsabzocke</category>
     
     
        <category>Ron Sommer</category>
     
     
        <category>Staatskriminalität</category>
     
      <content:encoded>
        <![CDATA[<p>Hier die Ad-hoc Mitteilung der Deutschen Telekom im Auszug:</p>
<blockquote>
<h2>Deutsche Telekom verkauft T-Mobile USA für 39 Mrd. Dollar an AT&amp;T</h2>
<div class="datum"><br />
20.03.2011</div>
<strong>Ad Hoc-Mitteilung der Deutschen Telekom gemäß § 15 WpHG</strong><br />
  <br />
Die
 Deutsche Telekom und AT&amp;T geben heute bekannt, dass AT&amp;T die 
Tochter T-Mobile USA der Deutschen Telekom für 39 Mrd. U.S.-Dollar 
kauft. Dem haben die Gremien beider Unternehmen heute zugestimmt. Die 
Deutsche Telekom erhält 25 Mrd. U.S.-Dollar als Barzahlung und 14 Mrd. 
U.S.-Dollar in Aktien der AT&amp;T. AT&amp;T hat dabei das Recht, den 
Baranteil des Kaufpreises um bis zu 4,2 Mrd. U.S.-Dollar zu erhöhen mit 
einer entsprechenden Reduzierung der Aktienkomponente. Die Deutsche 
Telekom wird mit den bis zu 8 Prozent Aktien an AT&amp;T (auf Basis 
aktueller Kurse) zum größten Minderheitsaktionär des US-Branchenführers.<br />
  <br /></blockquote>
weiter siehe auch die <a href="http://www.telekom.com/dtag/cms/content/dt/de/1005600">Originalmitteilung</a> bei der Deutschen Telekom AG. <br />
<br />
<p><b>Kommt der Deal zustande - und er war in dieser Höhe vielleicht noch nicht einmal leicht zu erzielen -  findet der
von Ron Sommer vor allem mit Hilfe der US Investmentbank Goldman-Sachs
eingefädelte USA-Deal aus dem Jahr 2000, zu dem die Bundesregierung
unter Bundeskanzler Gerhard Schröder und Finanzminister Eichel einen
Bericht des Bundesrechnungshofes gem § 96 StPO der Bonner
Staatsanwaltschaft vorenthielt, d.h. für geheim erklären ließ, mit der Vernichtung von mindestens knapp 60 Milliarden Euro für die Aktionäre/"Volksaktionäre" (einschließlich Bundesrepublik Deutschland, also den Steuerzahler) und Mitarbeiter sein desaströses Ende.  </b><br /></p>
<p>Das Geld dürfte sich in den Taschen des Netzwerks von Goldman-Sachs
&amp; Co., insbesondere den Altaktionären von Voicestream, befinden.
Bei dieser Schätzung i.H.v. 60 Milliarden sind die milliardenschweren Mobilfunkinvestitionen der
Deutschen Telekom AG in den USA über die 10 Jahre noch nicht einmal berücksichtigt.
<br /></p>
<p>Zum Führungsteam von <a href="a-lot-of-quango/">Ron Sommer</a> gehörten im Jahr 2000 auch der spätere Vorstandsvorsitzende Kai-Uwe Ricke sowie der heutige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom AG, René Obermann. Der einschlägige <a href="http://www.tilp.de/cont/fg/deutsche_telekom.cfm">Aktionärsprozess</a> der einstigen "Volksaktionäre" auf Schadenersatz vor dem OLG Frankfurt ist auch nach zehn Jahren immer noch nicht abgeschlossen - eine Schande für den Rechtsstaat.<br /></p>
<p> Wer sich die vergangene Berichterstattung der Telekom ansieht, wird feststellen, dass in USA nie Gewinne, sondern immer nur Umsätze und EBITDA berichtet wurde. Dass das Geschäft dort jemals aus Sicht der Deutschen Telekom AG einen Sinn machte, ist dem Reich gezielter Legendenbildung und Täuschung zuzuordnen, und das kann jetzt per Saldo nicht mehr wegdiskutiert werden. </p>
]]>
      </content:encoded>
     

                  </item>

            
	   	
        
        
            
                  <item>
                      <title>Elenas Straße nach Tschernobyl</title>
                      <link>http://www.t-blog.de/blog/elenas-strasse-nach-tschernobyl</link>
                      <description>Elena Filatova betreibt seit vielen Jahren eine Webseite gegen das Vergessen der Katastrophe von Tschernobyl. </description>
                      <author>admin</author>
                      <pubDate>Tue, 15 Mar 2011 11:01:58 +0100</pubDate>
                      
     
        <category>Tschernobyl</category>
     
      <content:encoded>
        <![CDATA[<p>Die ukrainische Motorradfahrerin dokumentiert <i><a href="http://www.angelfire.com/extreme4/kiddofspeed/pluto1_de.html">Plutos Reich</a></i> - das Reich des Gottes der Unterwelt und des Todes - ein menschenleeres Gebiet mit dem Zerfall der menschlichen Zivilisation, wie er sich nach einem Atomunfall mit Austritt großer Mengen von Radioaktivität zwangsläufig realisiert.</p>
<p>Elena schreibt in Ihrem <a href="http://www.angelfire.com/extreme4/kiddofspeed/afterword_de.html">Nachwort</a> zu Ihren Fotoreportagen vor mehr als fünf Jahren:</p>
<blockquote>
<p> 
Für „<a href="http://www.angelfire.com/extreme4/kiddofspeed/cherlinks_de.html">Geisterstadt</a>“ werde ich seit dem Tag, an dem die Seite online ging, attackiert. Viele schätzen meine Bemühungen nicht.
Tschernobyl ist ein Desaster, an das wir uns nicht erinnern wollen; es ist von Menschen gemacht, und es wird niemals enden.</p>
<p>
...</p>
<p> Die Kernenergie verspricht enorme Profite. Mit gerade einmal 1 kg 
veredeltem Uran kann man dieselbe Menge Energie produzieren, wie mit 50 
randvoll gefüllten Güterwagen Kohle (3000 Tonnen). Veredeltes Uran hat 
also gegenüber Kohle ungefähr einen Vorteil von 3,000,000 : 1 im 
Transportgewicht. Natürlich zieht dies mächtige, millionenschwere 
Politiker und Geschäftemacher an, deren einziges Interesse es ist, „die 
Kuh zu melken“ und denen die Reaktorsicherheit oder die Gesundheit der 
Menschen egal ist. Letztendlich kommt anstelle von Milch nur Blut dabei 
raus. <img class="image-right" src="../../Members/admin/filatova.jpg" alt="Straße nach Tschernobyl von Filatova, Elena Vladimirovna" /><br /></p>
<p>...</p>
<p> Ich bin keine Nuklearaktivistin, weder für noch gegen Atomkraft. Ich
 bin nur für Menschen, und ich denke, daß Tschernobyl als Warnung an die
 Menschheit verstanden werden sollte.</p>
<p> Ich bin nicht der Meinung, dass das Atom an sich etwas schlechtes 
ist. Es wird nur schlecht, wenn es in menschliche Haende gelangt. 
Unter den richtigen Voraussetzungen kann die Atomenergie der Menschheit 
nützen, unter der Voraussetzung, dass es keine Kriege gibt und wenn sie 
nicht in den Haenden von Kommunisten, Islamisten oder Kapitalisten ist.
Das Problem dabei ist jedoch, dass die Existenz der Nationen aus nichts 
anderem als Kriegen und Tumulten besteht. Die Jahre des Friedens sind 
nur eine kurze, zufällige Pause. Die Kommunisten, Islamisten und 
Kapitalisten sind immer die ersten, welche die Atomenergie besitzen 
möchten. <br /></p>
<p>ES SIND DIE UNENTSCHULDBAREN FEHLER IN DER MENSCHLICHEN SCHOEPFUNG, 
WELCHE DIE REAKTOREN GEFAEHRLICH MACHEN! <br /></p>
</blockquote>
<p>Es hat niemand auf Elena gehört.</p>
<p>Zum <a href="http://www.angelfire.com/extreme4/kiddofspeed/">Index ihrer Webseite</a></p>
<p><a href="http://www.angelfire.com/extreme4/kiddofspeed/donation.html">SPENDEN </a>für ihre Webseite</p>
<p><i>Foto: Straße nach Tschernobyl von Filatova Elena Vladimirovna</i><br /></p>
<blockquote></blockquote>
<p><i> Siehe auch: <a href="http://archive.truthout.org/tokyo-electric-build-us-nuclear-plants-the-no-bs-info-japans-disastrous-nuclear-operators68457"> Insider zum Zustand der japanischen Atomindustrie (in Englisch)</a>. </i></p>]]>
      </content:encoded>
     

                  </item>

            
	   	
        
        
            
                  <item>
                      <title>Mein Dr. rer. nat.</title>
                      <link>http://www.t-blog.de/blog/mein-dr-rer-nat</link>
                      <description>Mein Dr. rer. nat. ist weder gefälscht noch abgeschrieben.</description>
                      <author>admin</author>
                      <pubDate>Thu, 24 Feb 2011 11:32:52 +0100</pubDate>
                      
     
        <category>Bundesverteidigungsminister</category>
     
      <content:encoded>
        <![CDATA[
<p>Mein "Dr. rer. nat." ist weder gefälscht - wie der meines letzten Chefs, den ich als Angestellter hatte - noch abgeschrieben, wie bei einem amtierenden (!) Bundesminister. Die daraus folgende Gefährlichkeit ist wohl der Grund, weshalb ich wie viele andere - egal, ob mit oder ohne Doktor-Titel - ohnmächtig zusehen muss, wie Blender Deutschland vielfältig immer weiter ruinieren und das für unser Überleben als Gemeinschaft zwingende Leistungsprinzip vollständig korrumpiert wird.</p>
<p><br /></p>
<p><i>Martin Weigele</i></p>
<p><i>Herausgeber von T-Blog</i><br /></p>
]]>
      </content:encoded>
     

                  </item>

            
	   	
        
        
            
                  <item>
                      <title>Platon: "Wo im Staat ... die Reichen geachtet sind..."</title>
                      <link>http://www.t-blog.de/blog/platon-wo-im-staat-die-reichen-geachtet-sind</link>
                      <description>"... dort sind Tüchtigkeit und Tüchtige weniger geschätzt."</description>
                      <author>admin</author>
                      <pubDate>Sat, 19 Feb 2011 21:22:46 +0100</pubDate>
                      
     
        <category>Bestenauslese</category>
     
      <content:encoded>
        <![CDATA[<div class="mhs mbs pts fbChatConvItem pts fbChatMessageGroup clearfix small"><a class="profileLink" href="http://www.facebook.com/profile.php?id=1589913688"><img title="Dir" class="uiProfilePhoto profilePhoto uiProfilePhotoMedium img" src="http://profile.ak.fbcdn.net/hprofile-ak-snc4/173426_1589913688_3476988_q.jpg" height="1" width="1" /></a>"Wo im Staat der Reichtum und die Reichen geachtet sind, dort sind Tüchtigkeit <br />
<div class="messages">
<div id="msg_100000822330997_2473283619" class="fbChatMessage fsm">und Tüchtige weniger geschätzt."<br /><br />"Klar." ...<br /><br />"Aus siegfreudigen und ehrgeizigen Männern werden schließlich gewinnsüchtige <br />und habgierige; den Reichen rühmen und bewundern sie und führen ihn in die <br />Ämter, den Armen mißachten sie."<br /><br />"Sehr." ...<br /><br /><i>aus Platon, Der Staat, Achtes Buch, [551a] ff.<br />Der griechische Philosoph Platon lebte 427 - 347 v. Chr. Die griechische Hochkultur der Antike zerfiel schließlich.</i><br /><br /></div>
<p><i>siehe dazu Platons neuzeitliche Beispielsammlung [update]<br /></i></p>
</div>
</div>
<p><a href="http://www.bz-berlin.de/aktuell/deutschland/ghostwriter-fuer-guttenbergs-arbeit-article1122965.html">Ghostwriter für Guttenbergs Arbeit ?</a></p>
<p><a href="platon-zu-merz-und-clement">
<p>Merz und Clement</a></p>]]>
      </content:encoded>
     

                  </item>

            
	   	
        
        
            
                  <item>
                      <title>Börsenfusion - "Even more stupid German money"?</title>
                      <link>http://www.t-blog.de/blog/borsenfusion-even-more-stupid-German-money</link>
                      <description>"Düsseldorf - Stupid Germans. They take the rating agencies seriously. They believe in the rules." So heißt es im authentischen Thriller über die Finanzkrise, Michael Lewis' "The Big Short." Bedeutet die Börsen"fusion" Frankfurt-New York "even more stupid German money" für die großen an Wall Street?</description>
                      <author>admin</author>
                      <pubDate>Thu, 17 Feb 2011 14:53:38 +0100</pubDate>
                      
     
        <category>Börse</category>
     
      <content:encoded>
        <![CDATA[<p>Diese Frage stellt sich zwangsläufig, wenn man einige Indizien zusammenträgt:</p>
<p>Da ist zum einen Michael Lewis Buch, <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0393338827?ie=UTF8&amp;tag=gg04-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=0393338827">"The Big Short - Inside the Doomsday Machine",</a> das seit ganz kurzem auch als <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3593393573?ie=UTF8&amp;tag=gg04-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3593393573">deutsche Übersetzung</a> erhältlich ist. Wer das Buch liest, 
muß zu dem Ergebnis kommen, dass vielen großen Akteuren an Wall Street, darunter 
maßgeblich auch die Deutsche Bank, jegliche moralischen Maßstäbe 
abhanden gekommen sind, und zudem auch noch die Dummheit in höchsten 
Etagen entsetzlich regiert.</p>
<p>Da ist zum anderen der offizielle Bericht über die Finanzkrise, der nach <a href="../../41902/amerikanischer-fcic-bericht-in-wesentlichen-punkten-unvollstandig">Meinung empörter Wallstreet Insider</a> wesentliche Fragestellungen nicht aufgeklärt hat.</p>
<p>Nun betreffen zwar die betrügerischen Ereignisse der Finanzkrise gerade nicht direkt den eigentlich stark regulierten Börsenhandel mit Aktien. Jedoch ist auch der Aktienhandel normaler Anleger von vergleichbaren Manipulationen massiv bedroht.</p>
<p>Die amerikanische Börsenaufsicht SEC <a href="http://topics.nytimes.com/topics/reference/timestopics/subjects/h/high_frequency_algorithmic_trading/index.html">untersucht seit mehr als einem Jahr die sogenannten "High Frequency Trades"</a> vor allem an der New York Stock Exchange, dem Fusionspartner der Deutschen Börse, kommt aber nicht wirklich voran. Worum geht es dabei? Große, mit Hochleistungsrechnern ausgestattete Institutionen wie Hedge Fonds oder mindestens in der Vergangenheit auch Ex-Investmentbanken wie Goldman Sachs handeln per Computeralgorithmen blitzschnell im Millisekundenbereich an der Börse und schöpfen damit systematisch etwaige Gewinne der "normalen", langsameren Investoren ab, mutmasslch ein fast risikoloses Milliardengeschäft.</p>
<p><a title="&quot;Software zur Manipulation der Märkte&quot;" href="../../41902/software-zur-manipulation-der-markte">Sergey Aleynikov</a>, ein früherer Angestellter von Goldman Sachs und Experte für diese Software, wurde, als er die Bank verlassen wollte und Software mitnahm, erstaunlicherweise nicht in einen Zivilprozess ver-, sondern von der amerikanischen Bundesregierung in einem Strafprozess angeklagt. Sehr wahrscheinlich bestand die mitgenommene Software jedoch aus Open Source Code, denn viele der benötigten Softwarekomponenten dürften unter der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/GNU_General_Public_License">GPLizenz</a> allgemein verfügbar sein. Inzwischen wurde er dennoch von einer <a href="../../41902/jury-verurteil-goldman-sachs-programmierer">Jury verurteilt</a>, vermutlich aber noch nicht rechtskräftig. Ob diese Geschworenen die für die Beurteilung des Diebstahlstatbestands wichtigen Feinheiten von Open Source Code Software Lizensierung verstanden haben, sei einmal dahin gestellt. Das Bemerkenswerte an der Anklage: Der Staatsanwalt führte aus, Aleynikov habe "Software zur Manipulation der Märkte" von Goldman Sachs gestohlen. Erstaunlicherweise wurde Aleynikov wegen angeblichen Diebstahls, nicht aber sein Arbeitgeber Goldman Sachs wegen "Manipulation der Märkte" angeklagt. Nun, alle Finanzminister der amerikanischen Bundesregierungen seit Präsident Clinton bis hin zu Obama kommen von Goldman Sachs.<br /></p>
<p>Es ist davon auszugehen, dass es sich bei dieser Software um <i>Software für High Frequency Trades</i> handelte. Steckt hinter der Fusion von Deutscher Börse und New York Stock Exchange veilleicht die Absicht, nun auch den deutschen Aktienmarkt mit solchen High Frequency Trades besser abzocken zu können?</p>
<p>Hier kommt ein weiterer passender Mosaikstein: Wie die Financial Times Deutschland heute berichtet hat, droht dem <a href="http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:boersenfusion-xetra-handel-droht-das-aus/60013344.html">deutschen Handelssystem XETRA im Rahmen der Fusion das Aus</a>. Es wird wahrscheinlich Opfer der Fusion. Die elektronischen Orderbooks der deutschen Aktien würden danach mutmasslich künftig in dem System geführt, an dem die Wall Street Akteure mit ihren High Frequency Trades in New York die Anleger absaugen. Da es um Milisekunden geht, ist natürlich auch eine ortsnahe Anbindung in New York an ihre Rechenzentren für die Akteure entscheidend, die Entfernung New York-Frankfurt bedeutet für diese Akteure einen zu langsamen Zugriff, denn wegen der begrenzten Lichtgeschwindigkeit bei der Übertragung der elektronischen Daten kommen je nach Übertragungsweg etliche Millisekunden Nachteil für die High Frequency Trades zusammen. <br /></p>
<p>Dass eine deutsche Finanzaufsicht es schaffen würde, was der SEC, der amerikanischen Börsenaufsicht, schon nicht gelingt, nämlich dann in New York hochkomplexen Computerhandel zu kontrollieren und die mutmasslich massiven Marktverzerrungen mit Milliardenabschöpfung durch High Frequence Trades zu beenden, dürfte illusorisch sein.<br /></p>
<p>Sollte dem also tatsächlich so sein - und man muss wohl, wenn sich an den moralischen Werten von Wallstreet gegenüber "the big short" nichts geändert hat - und warum sollte das mangels Strafverfolgung der Fall sein - fast sicher vom Schlimmsten ausgehen - werden die am deutschen Aktienhandel teilnehmenden künftig kräftig durch High Frequency Trades abgezockt. <br /></p>
<p>Wenn dann alles verzockt ist, wird vielleicht eines Tages in Frankfurt wieder die gute alte öffentlich-rechtliche, amtliche Börse aus den Ruinen global-betrügerischer Finanzwirtschaft wieder auferstehen, deren <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amtlicher_Markt">letzte Reste 2007</a> "Fortschritt" und Privatisierungswahn zum Opfer fielen. Bis dahin geht wohl <i>even more stupid German money - down the drain</i>.<br /></p>
<p><br /></p>
<p><br /></p>]]>
      </content:encoded>
     

                  </item>

            
	   	
        
        
            
                  <item>
                      <title>Das Neujahrsmärchen vom Fachkräftemangel</title>
                      <link>http://www.t-blog.de/blog/das-neujahrsmarchen-vom-fachkraftemangel</link>
                      <description>Alle Jahre wieder verkünden Propagandisten aufs Neue das Märchen vom Fachkräftemangel in Deutschland. Wer die Leserkommentare in der Konzernpresse liest oder sich im Freundes- und Bekanntenkreis umhört, weiss, welch zynisches Spiel gespielt wird.</description>
                      <author>admin</author>
                      <pubDate>Wed, 29 Dec 2010 14:53:10 +0100</pubDate>
                      
     
        <category>Bestenauslese</category>
     
      <content:encoded>
        <![CDATA[
<p>So verkündet etwa das <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/wirtschaft-schlaegt-alarm-fachkraeftemangel-bedroht-standort-deutschland;2717337">Handelsblatt</a> diese Botschaft.</p>
<p>Es ist zwar richtig - in einzelnen Branchen sind kaum noch Fachkräfte zu finden. So schließen etwa zahlreiche Apotheken mangels Apotheker ihre Pforten. Am Beispiel der Apotheker lassen sich aber die Ursachen schön studieren: Die völlige einseitige Fehlsteuerung unserer Ökonomie in Richtung Finanzwirtschaft. Diese beherrscht unsere ehemals soziale Marktwirtschaft und verteilt allein die Pfründe. An erster Stelle kommen die <i>stupid loyal followers der Superreichen</i> in den Top-Etagen der Konzerne, einschließlich Pharmabranche, die brav dafür sorgen, dass allein sie und sie selbst immer reicher werden. Dieses Geld wird systematisch weiter unten abgezwackt und zugleich durch eine schiefe Steuer- und Abgabendiskussion und entsprechendem Einfluss auf die Gesetzgebung der Staat verarmt - die Gemeinden, die letzten in der Kette, beissen dann die Hunde, ehemalige Politiker als hochbezahlte Lobbyisten und <a href="http://www.jura.uni-muenchen.de/personen/huber_peter/publikationen/demontageoer.pdf">Privatisierungen und die Demontage des Öffentlichen Rechts</a> setzen das volkswirtschaftliche Zerstörungswerk fort. Die <a href="http://www.jarass.com/home/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=409:faire-und-effiziente-steuerpolitik&amp;catid=68:-a-buecher-und-umfangreiche-gutachten-weiteres-">allein wertschöpfende Arbeit wird viel höher besteuert als Finanzeinkommen</a> - der Konsum durch überzogene Mehrwertsteuern abgewürgt, während <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/diw-praesident-hoehere-mehrwertsteuer-soll-rente-sichern;2719516">dümmliche Lobbyistenforderungen</a> diese sogar noch erhöhen wollen - absurde Realität in Deutschland und der EU.<br /></p>
<p>Der ehemalige Mittelstand, zu dem auch die Apotheker beispielhaft gehören, wird also so lange ausgepresst, bis keiner mehr Lust hat die Arbeit (z.B. auch Nachtdienste) zu machen und das Fach studiert. Schutzmechanismen werden zum alleinigen Nutzen multinationaler Konzerne beseitigt, meist via EU-Recht. In anderen Branchen freilich ist es noch schlimmer: Dort gibt es hochqualifizierte Arbeitskräfte zu Hauf, sie fristen ihr Dasein in Angebotsdatenbanken der Headhunter. Aber sie erfüllen nicht die Kriterien der <i>loyal followers</i>: Selbständiges Denken, eigene Meinung, Top-Verdienste weiter unten in der Hierarchie darf es nicht mehr geben, billig-billig und Maul halten ist angesagt. Headhunter vermitteln von vorne herein keine ehemals Selbständigen oder auf hoher Hierarchieebene ausgeschiedene in bestimmte Angestelltenpositionen - genausowenig Menschen mit zwei Studienabschlüssen - die sind viel zu gefährlich. Hochqualifizierte sind eine Bedrohung für die eigene Position. Also bleiben ältere hochqualifizierte Arbeitskräfte ohne Arbeit, oder sie wandern zusammen mit den Jüngeren aus.</p>
<p>So hält man die Abwärtsspirale in Gang. Und beklagt sich dann, dass es keinen mehr gibt, der einem noch die Kohle ranschafft.</p>
<p><i>Siehe auch unseren früheren Beitrag "<a href="../die-kennzahl-das-unbekannte-wesen">Die Kennzahl, das unbekannte Wesen</a>".</i><br /></p>
]]>
      </content:encoded>
     

                  </item>

            
	   	
        


    </channel>

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