Institutionelle Korruption

Als "institutional corruption" bezeichnet der renommierte amerikanische Verfassungsjurist Lawrence Lessig den Funktionsverlust wichtiger Institutionen durch unlautere Einflüsse von Macht und Geld. Mit dem gelernten Faxgeräteverkäufer Telekom-Chef René Obermann als "Wirtschaftsprofessor" hat es offenbar auch die Düsseldorfer Heinrich- Heine- Universität erwischt.

Der dauergrinsende gelernte Faxgeräteverkäufer Obermann, den inkl. Zinsen vermutlich hundert via Goldman Sachs + Co. abhanden gekommene Milliarden Euro an Staats- und Aktionärsgeldern offenbar nicht interessieren (siehe Link von vor einem Jahr), wäre nicht der Rede wert, wenn hier nicht ein schlimmes Phänomen überdeutlich würde: Unsere Gesellschaft ist angesichts der großen Herausforderungen dringender denn je darauf angewiesen, dass die Wissenschaft nach unabhängigen, am Gemeinwohl orientierten Problemlösungen suchen kann. Wenn diese aber glaubt, sich moralisch korrumpieren lassen zu müssen, um die begehrten Drittmittel einzuwerben, weil sie vom Staat nicht genügend Geld dafür bekommt, ja, dieser dies ausdrücklich sogar fordert, macht sie sich zur Hure. Ein typisches Beispiel gerade im Bereich der Ökonomie sind die Ereignisse, die zur Finanzkrise geführt haben, aber auch in der Betriebswirtschaftslehre die bis heute unverständlicherweise andauernde Toleranz gegenüber arglistig täuschenden Geschäftsberichten.

Wie gerade berichtet, will die Bundesregierung die einseitig interessenorientierte Steuerung von Forschungseinrichtungen durch Drittmittel sogar noch ausdehnen.

Wie sagte doch der berühmte Namensgeber der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität:

Denk ich an Deutschland in der Nacht,

dann bin ich um den Schlaf gebracht, ...

 

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