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Platon zu Merz und Clement

Wie die BILD-Zeitung berichtet, haben Friedrich Merz (CDU) und Wolfgang Clement (Ex-SPD), beides einstmals hoch angesehene Hoffnungsträger ihrer jeweiligen Volksparteien, ein Buch vorgestellt, welche Reformen Deutschland braucht. Nur dumm, dass sie gar nicht Elder Statesmen, sondern Lobbyisten geworden sind.

Das verschweigt die BILD-Zeitung und zensiert sogar einen entsprechenden Leserkommentar.

Denn Merz Anwaltskanzlei ist regelmäßig für die texanische Heuschrecke "Finanzinvestor" Lonestar tätig, der durch besonders rüde Methoden beim Aufkauf von Immobilienkrediten und Umgang mit deren Schuldnern bekannt geworden ist. Und Clement ist für die Leiharbeitsindustrie, die moderne Form der Sklavenhaltung, als Lobbyist tätig. Sollen uns also ausgerechnet diese beiden sagen, welche Reformen Deutschland braucht?

Wie so oft, hat der griechische Philosoph Platon dazu schon den passenden Dialog geschrieben.

"Wo im Staat der Reichtum und die Reichen geachtet sind, dort sind Tüchtigkeit
und Tüchtige weniger geschätzt."
"Klar." ...
"Aus siegfreudigen und ehrgeizigen Männern werden schließlich gewinnsüchtige
und habgierige; den Reichen rühmen und bewundern sie und führen ihn in die
Ämter, den Armen mißachten sie."
"Sehr." ...


aus Platon, Der Staat, Achtes Buch, [551a] ff.
Der griechische Philosoph Platon lebte 427 - 347 v. Chr. Die griechische Hochkultur der Antike zerfiel schließlich.

Wednesday, April 28, 2010 in Staat und Gesellschaft  | Permalink |  Comments (0)
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