Wer und Warum
"Hier stehe ich und kann nicht anders. Gott helfe mir!"
Wer...
Dr. Martin Weigele, Diplom-Informatiker (TH),
stiess nach Aktivitäten in der Forschung (Künstliche Intelligenz,
Datenbanken und mathematische Software- Modellierung) 1991 als
Projektingenieur zum Aufbau des digitalen Mobilfunknetzes, der späteren
T-Mobile. Weil die meisten technischen Probleme zu diesem Zeitpunkt
jedoch schon gelöst und in "festen Händen" waren, widmete er sich nach
zwei Jahren den noch viel größeren Herausforderungen im Aufbau der
neuen Mobilfunkfirma mit Menschen ganz unterschiedlicher Hintergründe,
Herkunftsorganisationen, Unternehmenskulturen, und schließlich einer
Vielzahl völlig unterschiedlicher arbeitsrechtlicher "Historien", im
Grunde ein gleichzeitiger Merger aus vier Organisationen und
gleichzeitiger Privatisierung in dem durchaus erfolgreichen Bemühen,
als oberster Arbeitnehmervertreter einen fairen Ausgleich zwischen
allen Interessen - Management und Beschäftigte - Konzern und
Tochtergesellschaft - Aktionäre und Gewerkschaft - auf allen Ebenen
zwischen Betrieb und Aufsichtsrat zu bewältigen und das Unternehmen im
Sinne aller Stakeholder voranzubringen. Nachdem diese Aufbauphase
weitgehend abgeschlossen war, folgte 1999/2000 schließlich eine
freiwillige Rückkehr zu Technologiethemen ins Management mit einem
Auslandsaufenthalt in den USA als Investment Director Technology bis zu
seinem Ausscheiden aus dem Telekom-Konzern im Sommer 2002, für das er
sich entschied, um neue innovative Projekte selbst als Unternehmer und
Berater durchführen zu können. Der Aufenthalt in Boston (MA) hatte
ungeheuer viele neue Erfahrungen und Erkenntnisse über Menschen
beiderseits des Atlantik, über Amerika, aber auch über Venture Capital,
Corporate Finance und Finanzmathematik erbracht.
... und warum dieses Blog?
Mit amerikanischem Optimismus aus den USA nach Deutschland zurückgekehrt, mußte Martin Weigele feststellen, wie schwierig es in diesem Land in Kontrast zu den USA, aber vor allem auch durch die Veränderung seit den Gründerjahren des Mobilfunks geworden ist, neue Ideen umzusetzen und innovative Projekte durchzuführen - und zwar nicht wegen der Qualität der Ideen oder Projekte oder Projektbeteiligten, noch nicht einmal wegen fehlender Finanzierung, sondern, wie es immer deutlicher wurde, einem erheblichen Mangel an Chancengerechtigkeit, der einer in Teilen korrupt und/oder töricht gewordenen, ihre ganz persönlichen Eigeninteressen um nahezu jeden Preis verfolgenden gesellschaftlichen Macht"elite" zu verdanken ist. Zusätzlich zu den eigenen Geschäftserfahrungen war für ihn ein weiteres Schlüsselerlebnis die zufällig mitverfolgte Rede des Rechtsanwalts Wolfgang Philipp bei der Hauptversammlung der Deutschen Telekom AG 2007 über das Geschäftsjahr 2006 mit seiner Telekom-Ballade, die half, eigenes Erleben der Vergangenheit völlig neu zu- und einzuordnen. Gleichzeitig entstand so und durch die inzwischen immer mehr erfolgende Berichterstattung über eine Vielzahl von Skandalen in unserem Land der Anstoß, nicht länger schweigend den bedrohlichen Entwicklungen zuzusehen, sondern die Dinge aufzuzeigen, wie sie sind. All diese Berichte sind trotz allem eine erfreuliche Entwicklung, denn sie legen den Grundstein für den Wiederaufbruch zu den Prinzipien der "ehrbaren Kaufleute", ohne die unser Land nicht hätte aufgebaut werden können. Und, so darf man getrost vermuten, auch künftighin nicht wird erfolgreich bestehen können. Der entscheidende Hebel ist und bleibt jedoch die Verantwortung der Politik, die der Wirtschaft sowohl den Rahmen vorgibt, als auch ihr Vorbild. Das gilt ganz allgemein und erst recht dort, wo der Staat an Unternehmen beteiligt ist oder Privatisierungsprozesse initiiert oder initiiert hat, oder Aufträge erteilt.
"Es ist so unwahrscheinlich... und die Presse hätte längst berichtet..."
Schließlich noch ein Wort zum Schluß: Vieles von dem, was hier
berichtet und kommentiert wird, mag vielen Menschen unwahrscheinlich
erscheinen - es entspricht nicht ihrer Alltagserfahrung - genausowenig
wie den Schafen die Schlachtbank, zu der sie geführt werden. Nur
demjenigen, der ähnliches selbst persönlich erfahren hat, erscheinen
bestimmte Dinge auf Anhieb plausibel. Aus diesem Grunde sind immer, wo
es irgend möglich ist, öffentliche Quellen verlinkt, anhand derer der
Sachverhalt möglichst objektiv nachvollzogen werden kann. Und warum hat
die Presse nicht längst berichtet? Wir wissen es nicht. Aber es
erscheint plausibel, dass dies vor zwanzig Jahren noch anders war. Denn
wären die Dinge in unserem Lande so, wie sie sein sollten, gäbe es
dieses Blog gar nicht.
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