10,5 Milliarden Euro für die IKB

Nach einem Bericht des Fokus wurden 10,5 Milliarden Euro für die Stützung der durch abenteuerliche Asset Backed Securities (ABS) Wertpapiergeschäfte in die Schieflage geratenen Industriekreditbank (IKB) aufgewendet, davon fast zehn Milliarden durch den Bund bzw. dessen Förderbank KfW.

Der Deal ausgerechnet mit Lonestar , die Motor des  Häuslebauer-Kreditskandals ist, ist Gegenstand einer Pressemitteilung der KfW. Lt. Fokus beläuft sich die Belastung für den Bund , also im Klartext den Steuerzahler, direkt und indirekt über die in seinem Besitz befindliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), deren Aufgabe eigentlich die einer Förderbank ist, auf 7,9 (KfW) + 1,2 (Bund) + 0,6 (Ausfallgarantie Bund) = 9,7 also fast zehn Milliarden Euro.

Zum Vergleich: Die strittigen Einsparungen bei der Pendlerpauschale kosten die Bürger ca. 2,5 Milliarden Euro, der Wegfall der Eigenheimzulage zehn Milliarden Euro.

Zum kritischen Zeitpunkt saß im Aufsichtsrat der Bank der frisch zum Finanzsstaatsekretär beforderte(!) Jörg Asmussen. Er hatte durch seinen Artikel in der Zeitschrift für das Kreditwesen, als Architekt der Gesetzgebung und gleichzeitig Verantwortlicher für die Bankenaufsicht mit entsprechendem politischen Flankenschutz die hochriskanten Geschäfte der Bank erst ermöglicht und fungiert auch weiterhin als Lobbyist für die von den privaten Banken für die Durchführung solcher Geschäfte gegründeten True Sales International (TSI) GmbH in Frankfurt. Der daraus resultierende Gesamtschaden der öffentlichen Banken (ohne IKB) durch die ABS-Papiere soll sich lt. ZDF auf 90 Milliarden Euro belaufen.

Ansonsten ist der Aufsichtsrat der IKB mit industrieller Prominenz bestückt, ihm gehören u.a. der frühere BDI-Chef Michael Rogowski, Martin Viessmann, Randolf Rodenstock, Roland Oetker und schließlich der für die Umstände seines Wechsels in die Industrie vielfach kritisierte Ex-Staatssekretär Alfred Tacke aus der Regierung Schröder an. Bis auf Michael Rogowski wollen sich die Industrievertreter auch alle wieder in den Aufsichtsrat wählen lassen, was Gegenanträge zur Hauptversammlung am 28. August 2008 provoziert hat. Bisher sind diese Aufsichtsräte nämlich auch gar nicht entlastet, weil angesichts der öffentlichen Proteste und Gegenanträge zunächst das Ergebnis einer Sonderprüfung abgewartet werden soll. Vorsorglich wurde allerdings Asmussen schon vorher durch Finanzminister Steinbrück (SPD) befördert.

Lonestar wird Berichten zufolge seit Jahren anwaltlich vom CDU-Bundestagsabgeordneten Friedrich Merz bzw. seiner Kanzlei vertreten.

Weitere Links:

Helga Zapf-Larouche über Lonestar

Die wundersame Geschichte der IKB und Josef Ackermann im Glück


Artikelaktionen