Abge- und verzockt

Wer in diesen Tagen nach Schuldigen für den Zustand der Bundesrepublik Deutschland sucht, die Finanzkrise und ihre Auswirkungen auf die öffentlichen Haushalte eingeschlossen, wird immer wieder im Bundesfinanzministerium und seinem Umfeld fündig: Rücksichtsloser Lobbyismus und Inkompetenz bringen das Land abwärts.

Das Sündenregister des Bundesfinanzministeriums

Das einschlägige Sündenregister ist lang und heftig, und ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit:

Mich wundert, wo bleibt der Aufschwung!

Sie auch? Wo soll das Geld her kommen, das die Menschen ausgeben können, wenn alles abge- und verzockt wird? Allerdings - Geld verschwindet eigentlich nicht. Irgend jemand muss davon profitiert haben. Vielleicht werden wir eines Tages Genaueres erfahren. Ein indirekter Profiteur steht heute schon fest: Die US Investment Bank Goldman Sachs hat rechtzeitig auf fallende Kurse der faulen Immobilienkreditpapiere spekuliert und ist mit vier Milliarden Dollar Plus dabei.

Zum Vergleich: Die verfassungs- und vor allem auch steuersystemwidrige Einschränkung der Pendlerpauschale spült gerade mal 2,5 Milliarden Euro in die Staatskasse. Würde man Verschwörungstheorien anhängen, könnte man ein System vermuten. So war das einstige deutsche Wirtschaftswunder im Ausland oft Gegenstand von Neid, was ein Motiv sein könnte. Aber im Ergebnis ist blanke Unfähigkeit am Ende auch nicht besser. Die Politik braucht dringend sachkundiges Personal. Und die schweigende Mehrheit einschließlich der Parteibasis der Volksparteien muss sich engagieren und darf die Ab- und Verzocker nicht mehr gewähren lassen.

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