"Geld stinkt nicht" - die Geschichte des O.

"Pecunia non olet." - "Geld stinkt nicht." So sagten schon die alten Römer. Und die mussten es ja wissen. Hatten sie doch am Ende ihres Imperium Romanum dasselbe durch Korruption und Exzesse aller Art völlig heruntergewirtschaftet, bis dass die Hunnen einfielen und das Römische Reich unterging.

So ist es schon nicht sehr überraschend, wenn die Bild-Zeitung titelt: "Manager sagen: Wir verdienen nicht zu viel!" Nein, in der Tat, der arme Rene Obermann muss so viel arbeiten! Neunzig Stunden pro Woche, dass macht einen Stundenlohn von schlappen 628,02 € (bei sechs Wochen Urlaub und 2.6 Mio € pro Jahr - ohne Aktienoptionsprogramme). Dafür, dass Professor emeritus Dr. R. Schmdit von der Universität Halle ausgerechnet hat, dass er damit im Verhältnis zu seiner Leistung auf einem der letzten Plätze der DAX-Unternehmen liegt, und nach diesen Berechnungen pro Tag 0.01 % des ursprünglichen Geldes der Investoren (d.i. des Total Shareholder Return abzüglich Kapitalkosten) der Deutschen Telekom AG vernichtet, ist das wohl kaum zu viel. Im Vergleich dazu verdient ein/e Mitarbeiter/in im Handel ca. 10 €/Stunde, also ca. 1,6 % des Gehaltes von Rene O., wobei davon auszugehen ist, dass im Handel (im Sinne des Total Shareholder Return) in der Regel Gewinne erzielt werden, anstatt dass Kapital vernichtet wird. Ansonsten würden die Mitarbeiter/innen des Handels üblicherweise noch am gleichen Tag der Feststellung entlassen. Und auch dort werden häufig über 60 Stunden pro Woche gearbeitet, aber in der Regel richten die Mitarbeiter/innen im Handel meist weder ihre Unternehmen zugrunde - wie sollten sie - noch leisten sie dafür Beihilfe. Gut, zugegeben, eines können die Mitarbeiter/innen dort nicht: Sich ihrer Verantwortung für die Kasse durch "outsourcing" entziehen! Sie können nicht andere für sich arbeiten lassen, um Chaos vermeintlich zu vermeiden, wenn sie selbst mal nicht wissen, wie es geht. Und sind es bei O. wirklich 90 Stunden pro Woche? Nun, eine Woche hat 7*24 h = 168h. Abzüglich 90 h, blieben noch ca. 11 Stunden pro Tag, oder 78 Stunden pro Woche. Bei ca. 7 Stunden Schlaf pro Tag, was sehr knapp bemessen ist, also 4 Stunden pro Tag Privatleben. Wenn wir die Zeit für Mahlzeiten, usw. mit 2 Stunden pro Tag abziehen, blieben also zwei Stunden oder 14 Stunden pro Woche. Will sich Rene Obermann also einen Tag seinen Töchtern widmen, blieben 4 Stunden pro Woche übrig. Planen wir also noch zwei Stunden pro Woche ein für "Sonstiges", blieben für Maybrit Illner also noch weitere zwei Stunden pro Woche, und das ohne die Flugzeiten Bonn-Berlin-Bonn. Ob sie das befriedigen würde?

Schöne Grüße, diesmal aus Caligulas Grab: "Salve Imperator, morituri te salutant!"


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