Qualität, Telekom, Porsche, VW, Korruption, Politik

Der Zusammenhang zwischen Qualität, struktureller Korruption, Politik, warum Porsche anders ist als VW und Telekom und warum Wendelin Wiedeking die Macht der Arbeitnehmervertreter bei VW beschränkt.
Der Querdenker Wendelin Wiedeking hat wieder einmal zugeschlagen! Wie die Presse, darunter der FOCUS, berichtet, sitzen im Aufsichtsrat der neuen einflußreichen Porsche Holding nur Arbeitnehmervertreter aus dem Betriebsrat von Porsche und der IG Metall Stuttgart, die VW Betriebsräte bleiben außen vor. Rechtlich ist dies machbar, weil Porsche an VW keine Mehrheit hält.

Wiedeking hat völlig recht. Gemeinsam mit den Betriebsräten von Porsche und der IG Metall Stuttgart hat er in harter Arbeit Porsche zu einem hochprofitablen Unternehmen gemacht, in dem vor allem Leistung zählt und belohnt wird. Er weiß, dass Korruption Gift ist für ein Hochqualitätsunternehmen, weil sie Moral und damit die Leistungsbereitschaft der Menschen untergräbt. Korruption und Mobbing sind zwei Ausprägungen desselben zerstörerischen Phänomens. Warum soll sich jemand anstrengen, wenn es sowieso nach Beziehungen und nicht nach Leistung geht, wenn er gar ohne Sinn und Verstand verkauft und "outgesourced" und seine Leistung nicht anerkannt wird?

Klar, dass Wiedeking Menschen in seinem Aufsichtsrat haben möchte, von denen er weiß, dass sie das verstehen und auf Leistung statt Korruption setzen.

Hier kommt nun die Politik ins Spiel. Langjähriger einflußreicher VW-Aufsichtsrat, unter dessen Protektion sich das strukturell korruptive Wolfsburger Hartzsche VW-System entwickeln konnte, war der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident und spätere Bundeskanzler Schröder, derselbe Mann, unter dem sich auch ein Großteil der Telekom-Ballade abgespielt hat und Millionen Aktionäre um Milliarden "legal" betrogen wurden.

Wendelin Wiedeking hat es im Aufsichtsrat der Deutschen Telekom AG nur vom 20. Mai 2003 bis zum 9. Februar 2005 ausgehalten; da legte er sein Mandat nieder.

So ist es eben kein Zufall, wenn Porsche heute ganz anders dasteht als VW oder Deutsche Telekom. Und es ist auch kein Zufall, dass (Steuer-) Gesetze immer schlechter werden, denn auch in der Politik und Gesetzgebung sind Qualität nur möglich, wenn Korruption ausgemerzt wird und Leistung zählt. Das personalpolitische Erbe Schröders (und leider auch Kohls gegen Ende seiner Amtszeit) wirkt dort immer noch nach.

[update 11.11.2007]

Leider sehe ich mich gezwungen, meinen eigenen Artikel bei allem Respekt für die Leistungen von Wendelin Wiedeking zu relativieren. Wie nämlich inzwischen bekannt geworden ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Erfolg von Porsche auch wesentlich auf dem "Cayenne" Deal beruht. Siehe hier.


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