"Ron Sommer, wir erinnern uns..."

Dieser Tage wird öffentlich diskutiert, welche große Chance für die Deutsche Telekom AG im Verkauf ihrer Beteiligung T-Mobile UK an Vodafone liegt. Denn schließlich müsse der UK Markt dringend konsolidiert werden.

Das Handelsblatt berichtet über den offensichtlich in Verhandlung befindlichen Deal. Da lohnt es sich doch, sich an Ron Sommer und seine Freunde zu erinnern. Denn im Jahre 1999 kaufte die Deutsche Telekom AG T-Mobile UK, die damals One2One hieß, auf Geheiß von Ron Sommer für schlappe 10 882 Mio. €, wie man im Geschäftsbericht der Deutschen Telekom AG aus dem Jahre 1999 oder auch hier nachlesen kann. Jetzt soll vielleicht ein Preis von 3.5 - 4,5 Milliarden € erzielbar sein.

"Erfolgsbilanz"

Die potentielle Erfolgsbilanz von Ron Sommer's "Investment", ohne Berücksichtigung mutmasslich jahrelang auszugleichender Verluste von One2One, die man evtl. ebenfalls den Geschäftsberichten entnehmen könnte, sieht also so aus:

Jahr
One2One
Omas Sparbuch
Investition 1999
 10 882 Mio €
 10 882 Mio €
Verlust / Gewinn b. 3 % Zinsen p.a. (10J.  Zinseszins)
-6 382 Mio €    3 743 Mio €
potentieller Verkaufserlös 2009
 4 500 Mio €

heute übrig (falls Verkauf)
 4 500 Mio €
14 625 Mio €


Zum Winning Team von Ron Sommer gehörten schon damals Kai-Uwe Ricke und René Obermann. Der damalige Finanzchef Dr. Joachim Kröske verließ nach der One2One Entscheidung des Aufsichtsrates der Deutschen Telekom AG, dem auch der Vertreter des Bundesfinanzministeriums angehörte, das Unternehmen. Dann kam Karl-Gerhard Eick. Das "Investment" One2One wurde schließlich noch negativ getoppt - mit 40 Milliarden € Voicestream u.a. in den USA, siehe "Der große Obfuskator". Sommer machte trotzdem weiter Karriere u.a. beim Finanzinvestor Blackstone - warum?

Soweit also zur Realität von Internationalisierungsstrategien im allgemeinen und der Realität von T-Mobile UK im besonderen, wo sich regelmäßig von sogenannten Analysten bejubelte Stragien dann angeblich z.B. wegen der nötigen Konsolidierung auf dem britischen Markt ganz plötzlich nicht mehr rechnen. Naja, fünf Prozent geschätzte übliche Provision für Investmentbanking sind ja auch nicht schlecht, das wären dann 15382 Mio * 5 % = 769 Millionen Honorar für Investmentbanker, ohne Zinsen, aus beiden Transaktionen. Dafür kann man schon mal über Internationalisierung jubeln oder jubeln lassen. Wären es gute Deals, ok, aber so bleibt ein arges "Geschmäckle".

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