2007: Das Jahr der Top-Egoisten im Top-Management

Wir wissen nicht, ob 2008 noch skandalöser wird. Eines ist aber sicher: 2007 war das Jahr der Top-Egoisten im Top-Management. Und damit sind wir bei der Wurzel des Übels angekommen.

Pallas AtheneViel ist 2007 diskutiert worden über Managergehälter, Gerechtigkeit und soziale Ungerechtigkeit, und selbst die Kirchen haben sich in ihren Weihnachsbotschaften in eine Debatte eingeklinkt, die eigentlich ihr uraltes Kompetenzgebiet ist: Vom Tanz um das goldene Kalb über Jesu Lehren im Tempel bis hin zur Bekämpfung des Ablaßhandels durch Martin Luther ging es um Mißbrauch von und um Versuchung des Menschen durch Geld und Macht.

In den Zeiten, als Telekom-Chef Rene Obermann noch nicht zum Opfer von Macht und Geld geworden war, pflegte er noch über das von Lord Acton in einem Brief an Bischof Mandell Creighton 1887 verwendete Zitat zu philosophieren:

"Power tends to corrupt, and absolute power corrupts absolutely."

[Macht korrumpiert leicht, und absolute Macht korrumpiert absolut.]

Am Ende des Jahres 2007 ist von derlei Philosophie nichts übrig geblieben.


Rene Obermann reiht sich ein in die unrühmliche Hitliste derjenigen DAX-Vorstände, deren Gehalt am wenigsten mit der Leistung übereinstimmt. Sein Finanz-Vorstandskollege Eick sorgt dafür, dass es keiner merkt, und verdummt die Öffentlichkeit mit "EBITDA"-Meldungen, die verschleieren sollen, dass es mit dem Gewinn abwärts geht, ebenso mit Ankündigungen ausplündernder Dividendenzahlungen, die aus der Substanz des Unternehmens kommen. Und schon gar nicht werden die fundamentalen Probleme der Telekom aus der Privatisierung angepackt, die u.a.  massgeblich der frühere Bundesfinanzminister, Pensionskläger Eichel und Ex-Kanzler Schröder zu verantworten haben, letzterer heute in den Diensten des von Kadern des russischen Geheimdienst kontrollierten Staatskonzerns Gazprom.


Unseren Lesern und uns wünschen wir, dass 2008 alles besser werden möge. Fangen wir mit der Entrümpelung des falschen Führungspersonals an, damit die deutsche Wirtschaft wieder gesunden kann, indem die Menschen, die es verdienen, wieder die Früchte ihrer Arbeit ernten können, und nicht die Blender, Piraten und Plünderer. Die Staatsbeteiligungen, d.h. die Unternehmen, die ganz oder teilweise im Besitz des Bundes oder der Länder sind - bei weitem nicht nur die Telekom - können hier beispielgebend wirken, wenn die Politik die Vorgänge begreift und sich ein Herz faßt.


siehe auch: Wieviel Teufel steckt in Ihnen (Handelsblatt.com)?

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