Der Markt und der ehrbare Kaufmann

Zu oft vergeblich sucht man ihn heute in den Märkten - den "ehrbaren Kaufmann". Dabei ist es so simpel: Nachhaltiges Geschäft gedeiht nur auf den Prinzipien dieses "ehrbaren Kaufmann". Ansonsten ergreift das Publikum irgendwann die Flucht. Genau das erleben wir an den Börsen, wo der DAX seit Anfang Januar bis heute 17 Prozent verlor.

Seit Jahren systematisch sogar mit Beteiligung der Politik getäuschte Aktionäre, denen z.B. nicht nur bei der Deutschen Telekom AG EBITDA (Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen) als tatsächlicher Gewinn vorgegaukelt wird, unseriöse sogar staatliche Börsengänge, sowie Bank- und Versicherungsgeschäfte , alles von Managern, die alles im Griff haben - tatsächlich vor allem anderer Leute Geldbeutel.

Irgendwann ist das Vertrauen weg, und das dann gründlich. Keiner mehr möchte solche Aktien haben.

In Deutschland erstreckt sich das Mißtrauen noch zusätzlich auf die von der Politik vorgenommenen fatalen steuerpolitischen Veränderungen. Zukünftig profitieren von der Abgeltungssteuer vor allem reiche Vermögensinhaber, wer aber ein Vermögen erarbeiten und aus in der Regel bereits versteuertem Einkommen Werte schaffen möchte, wird für den Wertzuwachs doppelt zur Kasse gebeten. Auf das alles so bleibe, wie es ist. Chancengerechtigkeit nennt man das...

Warum also noch Aktien in Deutschland kaufen? Weg damit und good bye, DAX. Wozu brauchen wir auch inländische Direktinvestoren? Mit ausländischen Investoren und Staatsfonds, von denen wir uns abhängig machen, sind wir doch viel besser bedient. Und die haben auch mehr Geld, um altgediente Politiker auf ihre Gehaltsliste zu nehmen. Damit wieder alles paßt.

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