Ines hätte sie gut gefunden

Ines hätte sie bestimmt gut gefunden, die neue 30% Frauenförderungsquote für Führungskräfte der Deutschen Telekom AG. Doch dummerweise hat sie die dortige Führungskultur schon mit ihrem Leben bezahlt.

Denn sie, die als langjährige stellvertretende Betriebsratsvorsitzende und Mitarbeiterin der Pressestelle von T-Mobile in zahllosen Konflikten vermittelt, sie entschärft und das Unternehmen und seine Menschen damit vorangebracht hatte, hat sich im Spätsommer 2008 das Leben genommen. Voraus gingen wenige Monate in der Pressestelle der Konzernzentrale, wohin sie im Rahmen einer Umstrukturierung umziehen musste. Sie zerbrach am Konflikt ihrer Loyalität zu einem Unternehmen, das sie zu 100% zu ihrer Sache gemacht hatte, und ihrer Rechtschaffenheit.

Das, Herr Vorstand Sattelberger, ist die Realität nicht nur der Frauenförderung der Deutschen Telekom AG, sogar im unmittelbaren(!) Umfeld des Vorstandes(!), nämlich in der Konzernpressestelle.

Gegen eine menschenverachtende Führungskultur - ein Problem nicht nur der Deutschen Telekom AG, sondern einer internationalen Finanz"kultur" des krassesten Egoismus - hilft auch eine Frauenquote nichts. Die Würde des Menschen kann nämlich nur in einem System des Rechts gewahrt bleiben. Ob Sie es damit ehrlich meinen, kann wohl nur Ines beantworten, wenn sie Ihnen jetzt vielleicht von anderer Warte aus zusieht.

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